Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Geistiger Aufstieg und irdisches Glück in Peter Ustinovs Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“

Auch die feinstofflichen Kräfte müßten beim Theater verwendet werden derart, daß die Zuschauer in einen Zustand visionären Schauens versetzt würden. Selbstverständlich würde der Zweck des künftigen Theaters nicht bloße Unterhaltung sein, sondern eine Hinführung zu wirklicher innerer Erhebung, also zur Förderung des Geistigen im Menschen.
(Abd-ru-shin über das geistig orientierte Theater der Zukunft, aus: Erich Walkhoff: Aufzeichnungen)

Wirklich harmonische Operninszenierungen zu finden, ist heute schwer geworden. Die Inszenierungen sind zum größten Teil „verkopft“; jeder Regisseur versucht sich modern zu geben (was auch immer das heißen mag), versucht, Interpretationen in das Werk hineinzulegen, vielleicht gar zu schockieren… ohne zu bedenken, daß inzwischen alles schon dagewesen ist und er, so viele Schockelemente er auch bringen mag, damit keinen Hund mehr hinter dem Ofen vorlockt. Wer heute schockieren möchte, denke ich manchmal, müßte „klassisch“ inszenieren. Doch davor schrecken selbst die radikalsten Regisseure zurück. Warum? Aus Angst. Namentlich, von Kollegen und Presse womöglich – Entsetzen! – als altbacken angesehen zu werden. Womit sie selbstverständlich beweisen, daß sie allem Aufgeplustere zum Trotz Angst vor einem Skandal haben. Das nenne ich ironisch.
Nein, wer rundum harmonische Inszenierungen sucht, muß üblicherweise in die Vergangenheit zurückgehen. Heute ist das nicht mehr schwer, wurden doch in den letzten Jahren viele ältere Opernaufnahmen auf DVD veröffentlicht, und mehr werden sicher noch folgen.

Es muß Anfang, Mitte der 80er gewesen sein, als mein Vater durch seine Arbeit in den Besitz zweier Videoaufnahmen hamburgischer Opernproduktionen aus den 60er und 70er Jahren geriet, Die Zauberflöte in der Inszenierung von Peter Ustinov und Die Hochzeit des Figaro. Während mein Vater kein Opernfan war und die Videos wohl in erster Linie als Geschenk für meine Mutter gedacht waren, war Die Zauberflöte für uns Frauen immer sowohl ein Wohlfühlfilm als auch ein feierlicher Anlaß. (Für den Figaro konnte sich meine Mutter nie so recht begeistern, obwohl die Produktion wirklich süß ist.) Wir kannten jede Nuance und jeden technischen Fehler, so zum Beispiel den berühmten „freeze frame“, nachdem Papagenos geplagter Betreuer zuerst Papagena verscheucht und dann eine Standpauke ihres Zukünftigen erhält. Der Priester weicht zurück… und erstarrt. Schnitt. In Paminas Arie vor der Feuer- und Wasserprüfung wiederum gab’s einen Knacks mit Aussetzer. Dinge, über die man gar nicht mehr groß nachdachte.

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Als ich nun vor einiger Zeit bei einer Suche nach Wagner-DVDs auf den wundervollen Fliegenden Holländer mit Donald McIntyre stieß, den ich mir vor einigen Jahren noch als Mitschnitt organisieren mußte, kam mir der Gedanke, doch einmal nach den beiden Hamburger Produktionen zu schauen. Und siehe da: Es gibt sie inzwischen auf DVD.

Es war ein sehr feierlicher Moment, Die Zauberflöte nach all den Jahren wieder in Gang zu setzen. Sie hat nichts von ihrem wundervollen Humor und ihrem Höhenflug verloren. Die Besetzung ist perfekt, stimmlich und darstellerisch, von Christina Deutekoms bis heute unübertroffener Königin der Nacht über Hans Sotins weisen, zugleich strengen und liebevollen Sarastro, Nicolai Geddas Wahrheitssucher Tamino bis hin zu William Workmans herrlichem Papageno. Insbesondere schön ist, daß die drei Knaben tatsächlich von Jungen gesungen werden statt wie sonst üblich von weiblichen Sopranen. Für mich hielt die DVD dann doch Überraschungen bereit, nämlich ein Pausenbild, das in „unserer“ Verfilmung nicht vorkam, und die Fehler waren ausgebügelt worden. Kein erstarrender Priester, keine sich verschluckende Pamina.

Die Ustinov-Inszenierung verzichtet auf großen Theaterdonner, ist damit aber in keinster Weise schlicht. Die Handlung und die Charaktere stehen im Vordergrund, und die komischen Szenen (mühelos getragen von William Workman, Carol Malone, Kurt Marschner und Franz Grundheber) wie auch der tiefgehende Handlungsstrang werden gleichermaßen angemessen ausgespielt. Die Sprechtexte wurden gekürzt und teilweise leicht verändert, was die Handlung flüssiger und streckenweise auch witziger macht. Es ist jedoch der geistige Hintergrund, der in Ustinovs Inszenierung besonders hervortritt.

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Sarastro: Hans Sotin
Tamino: Nicolai Gedda
Sprecher: Dietrich Fischer-Dieskau
Königin der Nacht: Christina Deutekom
Pamina: Edith Mathis
Papageno: William Workman
Papagena: Carol Malone
Monostatos: Franz Grundheber
1. Priester: Kurt Marschner
2. Priester: Herbert Fliether
1. Dame: Leonore Kirschstein
2. Dame: Paula Page
3. Dame: Cvetka Ahlin
Zwei Geharnischte: Helmut Melchert, Kurt Moll
Drei Knaben: Bernd Ruter, Klaus Reimers, Axel Pätz

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Unsere beiden Helden der Handlung, Prinz Tamino und Vogelfänger Papageno, lernen sich unter skurrilen Umständen kennen (von Ustinov mit großer Komik umgesetzt). Als die Königin der Nacht sie beauftragt, ihre Tochter Pamina aus den Fängen des Entführers Sarastro zu befreien, ist nur Tamino sofort zum Handeln bereit – das Bild der schönen Pamina ist genug, sein Heldentum zu wecken. Papageno hingegen hält nichts von Heroismus. Sein friedliches und sorgloses Leben ist ihm lieber, und es bedarf einiger Überzeugungsarbeit, um ihn dazu zu bewegen, Tamino zu begleiten. Gerüstet mit der titelgebenden Zauberflöte und den Zauberglöckchen, deren Spiel negative Gefühle in Freude und Liebe verwandeln, machen sich die ungleichen Gefährten auf, Pamina zu retten.

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Ausgerechnet Papageno ist es, der die Schöne zuerst findet und eher versehentlich vor Sarastros Diener Monostatos rettet. Gemeinsam fliehen sie in Richtung Tamino. Dieser hat derweil den Weg in einen Tempelvorhof gefunden. Er bewundert die kunstvollen Bauten und das, wofür sie stehen: Klugheit und Tätigkeit, die Feinde allen Lasters. Doch als er versucht, die Tempelportale zu durchschreiten, weisen ihn unsichtbare Stimmen streng zurück. Der „Sprecher“, eine Art Tempelpförtner, tritt ihm entgegen und befragt ihn nach seinen Absichten.
„Wo willst du kühner Fremdling hin? Was suchst du hier im Heiligtum?“
Tamino antwortet furchtlos: „Der Lieb’ und Tugend Eigentum.“
„Die Worte sind von hohem Sinn“, erkennt der Sprecher an. „Allein, wie willst du diese finden? Dich leiten Lieb’ und Tugend nicht, weil Tod und Rache dich entzünden.“
„Rache für den Bösewicht!“ erklärt Tamino inbrünstig.
„Den wirst du wohl bei uns nicht finden“, entgegnet der Sprecher mit feinem Humor.
Als jedoch Tamino fragt, ob Sarastro hier herrsche, vergeht dem Sprecher das Lächeln. Er bejaht, und Tamino ist bestürzt.
„Doch in dem Weisheitstempel nicht?“ vergewissert er sich.
„Er herrscht ihm Weisheitstempel hier“, entgegnet der Sprecher. Für Tamino bricht eine Welt zusammen.
„So ist denn alles Heuchelei!“ ruft er aus, dem zuvor so bewunderten Tempelwerk den Rücken kehrend.
Über den kurzen Besuch scheinbar verwundert, hält der Sprecher ihn zurück und fragt nach und nach die ganze Geschichte aus Tamino heraus. Seine Erwiderungen sind vage, doch überzeugt genug, um den jungen Prinzen zweifeln zu lassen, daß die Dinge tatsächlich so sind, wie er geglaubt hat. Seine aus dem Innern aufsteigende Frage – „O ew’ge Nacht, wann wirst du schwinden? Wann wird das Licht mein Auge finden?“ – umfaßt weit mehr als nur die Wahrheit um Pamina. Tamino ist, seit das Licht sein Auge gestreift hat, zum Suchenden geworden.

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Pamina und Papageno werden einmal mehr von Monostatos und seinen Unterlingen eingeholt, doch mit Hilfe der Zauberglöckchen ist die Gefahr rasch gebannt. Ihre Flucht endet jedoch, als Sarastro und die Eingeweihten des Tempels zu ihnen stoßen. Ustinov inszenierte diesen Auftritt sehr sprechend. Sarastro und zwei Priester betreten unbemerkt von Pamina und Papageno hinzu; mit ihnen endet die „ew’ge Nacht“ aller vorhergehenden Szenen, und das Licht bricht taghell herein. Sarastro und die Priester hören Paminas und Papagenos Beratschlagung mit an und damit auch Paminas Entschluß, bei erneuter Gefangennahme die Wahrheit zu gestehen. Nun erst, als die Tempelgemeinschaft hinzuströmt, bemerken beide die Anwesenheit ihrer Zuhörer. Die erste Probe auf ihrem Weg zum Licht hat Pamina bestanden.

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Ungeachtet der pseudo-ägyptischen/freimaurerischen Vorlage des Librettos griff Ustinov für die Tempelszenen nicht auf naheliegende Kostüme und Ausstattung zurück. Stattdessen tragen die Eingeweihten weiße Gewänder, Symbole des Lichts, der Reinheit und nicht zuletzt der Karmafreiheit – die sprichwörtlichen reingewaschenen Kleider der Bibel.
Die Ähnlichkeit zu den Hohen Feiern war sicherlich nicht beabsichtigt, ist aber unübersehbar vorhanden!

Falsch-freundlich/unterwürfig bringt Monostatos nun Tamino herbei, doch Sarastro läßt sich von seinem Verhalten nicht täuschen. Der Hohepriester erweist sich als gütiger, aber auch strenger Mentor der jungen Liebe Paminas und Taminos. Tamino ist nun rasch überzeugt, von der Königin der Nacht getäuscht worden zu sein. Bereitwillig unterwirft er sich den Prüfungen, an deren Ende Erkenntnis und Weisheit stehen. Papageno wiederum hat für beides nicht viel Verwendung; ihn überzeugt erst das Versprechen einer ihm bestimmten Freundin, sich auf das Unterfangen einzulassen.
Die Geschichte hat hier viele Ebenen. Zum einen ist schnell deutlich, wer der echte Suchende des Duos ist und damit, wer den Antrieb hat, die Prüfungen bis zum Ende durchzustehen. Die beiden Priester, die Tamino und Papageno während ihrer Vorbereitungszeit beistehen, können auf verschiedene Weise betrachtet werden: Als Menschen, Eingeweihte zwar, aber dennoch mit menschlichen Schwächen. Gerade Papagenos „Betreuer“ ist in Ustinovs Inszenierung ähnlich wie sein Schäfchen nicht fehlerlos – er greift auf Bestechung zurück, um Papageno überhaupt erst dazu zu bringen, die Prüfungen zu beginnen und, wie sich später zeigt, er ist selbstgerecht und hat dazu den Hang nach einem guten Tropfen noch nicht gänzlich abgelegt. Gleichermaßen vertreten die Priester aber auch den geistigen Helfer des Menschen.

So mancher Führer kann und soll für sich dabei Geschehen durch die Tätigkeit der Führung lösen, die ihn selber an die schwere Grobstofflichkeit binden. Das ist für Euch neu, doch leicht verständlich. Indem ein Führender irgendeinen Erdenmenschen in der Führung davor zu bewahren sucht, die gleichen Fehler auf der Erde zu begehen, die er selbst begangen hat, trotzdem der Erdenbürger dazu neigt, so löst er damit seine Schuld auch in der schweren Stofflichkeit, ohne deshalb besonders inkarniert werden zu müssen. Denn die Wirkung seiner Führung zeigt sich auf der Erde, wo er einstens fehlte, durch den Schützling, den er führen darf. Damit schließt sich mancher Ring eines Geschehens auch für Jenseitige genau dort, wo er sich schließen muß, ohne daß der an den Fäden hängende Jenseitige noch einmal dazu auf die Erde inkarniert zu werden braucht. […]
Gerade das Gesetz der Anziehung der Gleichart bringt sehr viele Führenwollende leicht in die Nähe
solcher Erdenmenschen, welche irgendeine Gleichart in sich tragen und diesen selben Fehlern zu verfallen drohen, denen schon der Führenwollende einstens verfiel. Und das Gesetz schafft dann die Fäden, die den Führer mit dem Schützlinge verbinden. […]
Daraus müßt Ihr den Schluß ziehen, daß es durchaus nicht ein „ganz hoher Geist“ sein kann, welcher Euch führt; denn nur, wer dieser Erde noch genügend nahe ist, kann einen Erdenmenschen führen, sonst ist er allem schon zu sehr entfremdet, und es hätte weder Sinn, noch könnte es Euch großen Nutzen bringen, wenn eine Kluft darin bestände. Beide würden sich dann nicht verstehen. Weder der Führer seinen Schützling noch dieser seinen Führer. […]
Für einen Erdenmenschen liegt die Gnade des Gesetzes darin, daß er immer einen Führer hat, der ganz genau die Fehler kennt, an denen der Geführte leidet, weil diese auch die seinen waren, und er
alle Folgen dieser Fehler schon durchlebte.
Deshalb vermag er auch zu raten und zu helfen in allen Fällen aus der eigenen Erfahrung. Er kann den so von ihm Geführten auch vor vielem schützen, vorausgesetzt, daß dieser gut auf sein verstecktes Drängen oder Mahnen achtet; denn zwingen darf er nicht. Er darf auch nur
dort helfen, wo der geführte Mensch den Wunsch, die Sehnsucht oder Bitte in sich darnach hat, sonst nicht. Er muß dem Erdenmenschen den Entschluß des freien Willens lassen, auch wiederum nach dem Gesetz, an das er selbst gebunden bleibt. […]
In solchen Vorgängen liegt für den Führer auch noch immer außer dieser großen Gnade in der Möglichkeit der Ablösung manchmal eine Strafe, wenn er in solcher Weise
mitempfinden muß, daß Ihr trotz seiner Warnung anders handelt, so, wie er selbst einst handelte. Dadurch erlebt er in Euch eine Wiederholung, die ihn traurig werden läßt, aber auch stärkt und reift in seinem Vorsatz, nie mehr derartig zu fehlen!
Um so größer ist jedoch auch seine Freude, wenn er den
Erfolg der Führung an Euch mitempfindet.
(Abd-ru-shin: Im Licht der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Der geistige Führer des Menschen“)

Nicht verwunderlich, daß Taminos Helfer wenig Mühe mit und viel Freude an seinem Schützling hat, während Papagenos Helfer mehr als einmal der Verzweiflung nahe ist!

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Die Prüfungen spalten die beiden Gefährten rasch – nicht in echt und unecht, gut und böse, sondern in den wahren Lichtsuchenden und den Menschen, der auf solche Höhenflüge nicht folgen kann. Auch hierin liegt wieder eine repräsentative Darstellung. Als die Posaunen vom Tempel her ertönen, versucht Tamino noch, den widerstrebenden Papageno mitzunehmen, doch zuletzt läßt er ihn zurück, um nicht selbst den Ruf zu verpassen.

Später einmal mahnte der Herr, daß ich mir immer vorstellen sollte, daß unser Weg ein schmaler Steg über einen Sumpf sei. Ich müsse ihn wach und zielbewußt gehen, bewußt des schmalen Steges, auf dem ich niemand mitschleifen könne ohne selbst zu wanken, auch meine Kinder nicht. Jeder müsse den Weg selbst gehen, ein Mitziehen sei unmöglich. Ja, jeder muß den Weg selbst erkennen und beschreiten. Man kann nicht mehr für den anderen tun als zeigen, daß man ihn selbst erkannt und selbst ihn gehen nach der Bestimmung des Erkennens und dabei zugleich den anderen Wegweiser sein.
(Elisabeth Gecks: Erinnerungen aus meinem Grals-Erleben)

Papageno ist alles andere als ein schlechter Mensch, aber er ist nicht reif genug für ein geistiges Ziel. Er lebt ein sehr irdisches Leben mit irdischen Genüssen, ohne jemandem zu schaden. Das „himmlische Vergnügen der Eingeweihten“ bleibt ihm verschlossen, doch die Belohnung für sein gutes Herz läßt nicht auf sich warten, und so findet er trotz der Empörung des Priesters seine Gefährtin in der munteren Papagena.

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Pamina hat inoffiziell ihre eigenen Prüfungen zu bestehen. Ihr Bekenntnis zur Aufrichtigkeit in Gefahr war nur die geringste davon. Als nun die Königin der Nacht sie auffordert, Sarastro zu töten oder von ihr verstoßen zu werden, weiß sie sich keinen Rat – morden kann sie nicht, doch sie liebt ihre Mutter. In dieser Situation versucht Monostatos einmal mehr sein Glück bei ihr. Trotz ihres Zwiespalts weist Pamina ihn ab. Sarastros Eingreifen verhindert, daß der aufgebrachte Monostatos sie tötet. Pamina fleht um Gnade für ihre Mutter. In seiner berühmten Arie erläutert Sarastro, daß Rache dem Licht fremd ist.

„In diesen heil’gen Hallen
Kennt man die Rache nicht,
Und ist ein Mensch gefallen,
Führt Liebe hin zur Pflicht.“

Paminas größte Prüfung kommt schließlich, als sie Grund zu haben glaubt, an Taminos Liebe zu zweifeln. An dieser Klippe scheitert sie beinahe, doch die drei Knaben – weitere himmlische Helfer – verhüten ihren Selbstmord und führen sie zu Tamino. Die zwei letzten Prüfungen legen die Liebenden sehr sinnbildlich gemeinsam ab.

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„Wenn er des Todes Schrecken überwinden kann, / Schwingt er sich aus der Erde himmelan“, verheißen die beiden Geharnischten, die die Schreckenspforte bewachen. Wieder setzte Ustinov diese Station bemerkenswert um. Die Pforte öffnet zu Feuer und Wasser, durch das die Prüflinge schreiten müssen, um sich nach Bestehen in die Pforte zum Tempel zu verwandeln.
Die Suchenden, die sprichwörtlich Feuer und Wasser durchschritten haben, alles, was ihnen auf dem Streben zum Licht in den Weg geworfen wird, gelangen direkt zum Ziel.

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Die Königin der Nacht verbündet sich mit Monostatos, um Sarastro zu stürzen. Ustinov nahm sich auch hier Freiheiten: Während das Libretto vorsieht, daß die Angreifer des Dunkels beim Versuch, den Tempel zu stürmen, in „ewige Nacht“ gestürzt werden (hier wieder auch als Symbol der geistigen Blindheit, des Abgeschnittenseins vom Licht verwendet), läßt Ustinov nur dem Gefolge dieses Schicksal zuteil werden. Die Königin selbst dringt bis in den Tempel vor, doch vor Sarastros kraftvollen Worten „Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht“ kann sie nicht bestehen und weicht zurück. Es ist dies mehr als nur der typische Sieg des Guten über das Böse; es zeigt die Schwäche des Dunkels vor dem Licht und ist nicht zuletzt ein matter Abglanz des großen Schöpfungswortes „Es werde Licht“. Pamina und Tamino, beide nun in weißen Umhängen als Zeichen ihrer Weihe, werden von Sarastro getraut. Die Oper schließt mit der Lobpreisung der Götter durch die Eingeweihten.

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2 Kommentare

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