Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Christliche Filme. Teil 2

Ein unabänderlicher Sühnezwang lastet durch ewiges Gesetz auf Euch, den Ihr niemals auf andere abwälzen könnt. Was Ihr Euch aufbürdet durch Euere Gedanken, Worte oder Werke, vermag niemand zu lösen als Ihr selbst! Bedenkt, sonst würde göttliche Gerechtigkeit nur leerer Schall sein, mit ihr auch alles andere in Trümmer stürzen.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Aufstieg“)

Der mühselige Aufbau für den falschen Grundgedanken eines notwendigen Sühneopfers in dem Kreuzestode wird ja schon zerschlagen durch die Worte des Heilandes selbst, zu der Zeit, während man ihn kreuzigte.
„Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“
Wäre diese Fürbitte denn nötig, wenn der Kreuzestod ein notwendiges Opfer zur Versöhnung sein sollte? „Sie wissen nicht, was sie tun!“ ist doch eine Anklage der schwersten Art. Ein deutlicher Hinweis, daß es falsch ist, was sie tun.

(Vortrag „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“)

In vielem schreiben christliche Drehbuchautoren natürlich die Welt so um, wie sie sie gern hätten. Damit stehen sie nicht allein da, aber diese Tatsache sollten „Ungeübte“ im Ansehen christlicher Filme unbedingt bei einer Wertung beachten. Einem erwarteten Happy End entsprechend bekehren sich selbst größte Zyniker zum Christentum oder werden bestraft. (Wenn sie nicht direkt in der Hölle landen, so verlieren sie zumindest etwas, das ihnen wichtig ist, sie bleiben für den Rest ihres Lebens einsam etc.) So tendieren manche Filme zum Fundamentalismus; das Weltbild kann schwarz-weißer nicht sein. Ein Beispiel sind in Sarah’s Choice die Angestellten der Frauenklinik, deren einziges Interesse es zu sein scheint, Abtreibungen durchzuführen. Das amerikanische Christentum wird als in einem Krieg befindlich porträtiert, und entsprechend aggressiv ist der unterliegende Ton. Die Botschaft der Liebe, die die Gebrüder Kendrick oder beispielsweise Brad J. Silverman in Grace Unplugged ins Zentrum ihrer Handlungen stellen, gerät hier ein wenig ins Hintertreffen.

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God’s Not Dead (dt. Gott ist nicht tot)

Sobald ein Mensch das ganze Werden und Sein bewußt erleben kann, wird sein Empfinden, Denken und Wirken eine einzige freudige Gottesbejahung sein.
Dann aber wird er still, spricht nicht viel davon, ist aber eine Persönlichkeit geworden, die mit dieser stillen Gottesverehrung, die man auch Gottvertrauen nennen kann, fest und sicher in der ganzen Schöpfung steht. Er wird nicht in Phantastereien schweben, nicht in Verzückung geraten, ebensowenig auf Erden nur im Geistigen leben, sondern mit gesunden Sinnen und frischem Mute auch sein Erdenwerk vollbringen und dabei auch den kühlen Verstand bei notwendiger Gegenwehr im Angegriffensein geschickt als scharfe Waffe verwenden, natürlich ohne dabei ungerecht zu werden.
Er soll durchaus nicht schweigsam dulden, wenn ihm Unrecht geschieht. Sonst würde er damit das Böse unterstützen und stärken.
Nun gibt es aber sehr viele Menschen, die sich nur gläubig
dünken! Trotz allen inneren Zugebens des Vorhandenseins Gottes und seines Wirkens fürchten sie das Lächeln der Zweifler. Es ist ihnen peinlich, unbequem, sie gehen still mit diplomatischem Gesichtsausdrucke bei Unterhaltungen darüber hinweg und machen aus Verlegenheit den Zweiflern durch ihr Verhalten dauernd Zugeständnisse. Das ist nicht Glaube, sondern nur ein inneres Zugeben! Sie verleugnen damit in Wirklichkeit ihren Gott, zu dem sie im stillen beten und von ihm daraufhin alles Gute erwarten.
Die falsche Rücksichtnahme den Zweiflern gegenüber kann nicht damit entschuldigt werden, daß den „Gläubigen“ die Sache zu „heilig und zu ernst“ ist, als daß sie sie eventueller Verspottung aussetzen möchten. Es ist auch keine Bescheidenheit mehr zu nennen, sondern lediglich niedere Feigheit! Heraus endlich mit der Sprache, wes Geistes Kinder Ihr seid! Furchtlos
jedem Menschen gegenüber, mit dem Stolze, der der Gotteskindschaft gebührt! Nur dann werden auch die Zweifler ihren nur Unsicherheit verratenden Spott endlich zu zügeln gezwungen sein. Jetzt aber wird er durch das furchtsame Verhalten vieler „Gläubigen“ nur großgezogen und genährt.

(Vortrag „Glaube“)

Ein weiterer christlicher Erfolgsfilm, der 2014 bis auf Platz 2 des Box Office aufstieg.

Vom west-/mitteleuropäischen Standpunkt aus muten die Debatten zwischen christlichem Fundamentalismus und liberaler Weltanschauung in den USA oft befremdlich an. Eine Forderung fundamentalistischer Christen beispielsweise ist die Einführung von Kreationismus in den Lehrplan an Schulen und Universitäten. Dabei sollte jedoch bedacht werden, daß im Gegensatz zu beispielsweise Deutschland in den USA kein Religionsunterricht an öffentlichen Schulen stattfindet. Für manche Christen fehlt also der „Kontrapunkt“ zur unterrichteten Evolutionslehre. Ebenso sollte nicht vergessen werden, daß die fundamentalistischen Christen zwar Schlagzeilen machen, es aber auch gemäßigte und aufgeklärte Christen gibt, die sowohl an Evolution glauben als sich auch in der Verantwortung für den Erhalt der Erde sehen und somit ein starkes ökologisches Gewissen besitzen.

God’s Not Dead greift gleich verschiedene Themen auf. Das in erster Linie zugrundeliegende ist das Bekenntnis zu Gott trotz schwieriger oder gar bedrohlicher Lebensumstände, wie es durch die zahlreichen Nebenhandlungsstränge vermittelt wird. Auch der Haupthandlungsstrang basiert darauf, geht gleichzeitig aber in eine spezielle Richtung.
Josh Wheaton, Student im Erstsemester, legt sich unbeabsichtigt gleich in der ersten Philosophievorlesung mit seinem Prof an. Um eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu haben, fordert Professor Radisson seine Studenten auf, die Erklärung „Gott ist tot“ auf- und zu unterschreiben. Als gläubiger Christ kann Josh dies nicht mit seiner Überzeugung vereinbaren. So stellt Radisson ihm die Aufgabe, die Existenz Gottes zu beweisen.

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Die großen Konflikte Wissenschaft versus Religion und Theismus versus Atheismus und das Bild vom „alten Mann im Himmel“ werden in den Gestalten von Josh und Professor Radisson und durch ihre Debatten im Hörsaal interessant (wenn auch stark verkürzt) präsentiert.

Wenn viele Glaubensgegner von einer Gottheit heute nichts mehr wissen wollen, so kann dies alles an den Tatsachen nichts ändern, die ich anführte. Die Leute brauchen nur das Wörtchen „Gott“ weglassen, sich in die Wissenschaft ernst vertiefen, so finden sie genau dasselbe, nur mit anderen Worten ausgedrückt. Ist es nicht lächerlich, dann noch darum zu streiten?
Um die Naturgesetze kommt kein Mensch herum, niemand vermag dagegen anzuschwimmen. Gott ist die Kraft, die die Naturgesetze treibt; die Kraft, die noch niemand erfaßte, niemand sah, doch deren
Wirkungen jedermann täglich, stündlich, ja in den Bruchteilen aller Sekunden sehen muß, empfindet und beobachtet […].
Ist es nicht Blindheit, sich dem hartnäckig zu widersetzen, während jedermann, auch diese starren Leugner selbst, das Dasein dieser Kraft bestätigt, anerkennt? Was ist es, das sie hindert, diese anerkannte Kraft nun Gott zu nennen? Ist es kindlicher Trotz? Oder eine gewisse Scham, zugeben zu müssen, daß sie all die Zeit hindurch hartnäckig etwas zu verleugnen suchten, dessen Vorhandensein ihnen von jeher klar gewesen ist?
Wohl nichts von alledem. Die Ursache wird darin liegen, daß der Menschheit Zerrbilder der großen Gottheit von so vielen Seiten vorgehalten werden, denen sie bei ernstem Forschen nicht vermochte beizustimmen. Die allumfassende und alles durchdringende Kraft der Gottheit muß ja verkleinert und entwürdigt werden bei dem Versuch, sie in ein Bild zu pressen!
Bei tiefem Nachdenken läßt sich kein Bild damit in Einklang bringen! Gerade weil ein jeder Mensch den Gottgedanken in sich trägt, sträubt er sich ahnungsvoll gegen die Einengung der großen, unfaßbaren Kraft, die ihn erzeugte, die ihn leitet.
Das
Dogma trägt die Schuld an einem großen Teile derer, die in ihrem Widerstreite jedes Ziel zu überschreiten suchen, sehr oft gegen die in ihrem Inneren lebende Gewißheit.

(Vortrag „Das Schweigen“)

Ein beliebter Spott, den Radisson angesichts Joshs Argumente anbringt, ist, daß ein Erstsemestler sich anmaße, es bessser zu wissen als die größten Wissenschaftler und Denker aller Zeiten.
In seiner Botschaft stellt Abd-ru-shin die Herrschaft des Verstandes als grundlegende Ursache aller Probleme der Menschheit, auch der Trennung von Religion und Wissenschaft, dar. Verstandesherrschaft ist jedoch nicht gleichzusetzen mit Wissenschaft oder Atheismus, sondern man findet sie ebenso in vielen Vertretern von Religionen und Weltanschauungen!

Unter Verstandesmenschen sind diejenigen zu verstehen, die sich bedingungslos ihrem eigenen Verstande unterwarfen. Diese glaubten sonderbarerweise seit Jahrtausenden ein unbedingtes Recht darauf zu haben, ihre beschränkten Überzeugungen durch Gesetz und Gewalt auch denen aufzwingen zu dürfen, die anderer Überzeugung leben wollten. […]
Ihre Angriffe gegen die Wahrheitssucher zeigen aber in der so oft unverständlichen Gehässigkeit bei näherer Betrachtung deutlich die hinter ihnen geschwungene Peitsche des Dunkels. Selten ist bei diesen Anfeindungen ein Zug ehrlichen Wollens zu finden, das die oft unerhörte Art und Weise des Vorgehens einigermaßen entschuldigen könnte. In den meisten Fällen ist es ein blindes Draufloswüten, das jeder wirklichen Logik entbehrt. Man sehe sich die Angriffe einmal ruhig an. Wie selten ist ein Artikel dabei, dessen Inhalt den Versuch zeigt, wirklich
sachlich auf die Reden oder Aufsätze eines Wahrheitssuchers einzugehen.
Ganz auffallend macht sich die gehaltlose Minderwertigkeit der Angriffe gerade immer darin bemerkbar, daß diese
niemals rein sachlich gehalten sind! Immer sind es versteckte oder offene Beschmutzungen der Person des Wahrheitssuchers. Das macht nur jemand, der sachlich nichts zu entgegnen vermag.

(Vortrag „Der Kampf“)

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Wesentlich schlimmer können sich jedoch die Folgen von Radissons Lehrplan für ihn auswirken:

Ein Kind stellt in der Familie irgendeine Frage über das Jenseits oder über Gott, was es in der Schule oder Kirche gehört hat. Der Vater weist es kurz ab mit dem Bemerken: „Ach geh mit dem dummen Zeug! Wenn ich gestorben bin, ist alles aus.“
Das Kind stutzt, wird zweifelnd. Die wegwerfenden Äußerungen des Vaters oder der Mutter wiederholen sich, es hört dasselbe auch von anderen, und zuletzt nimmt es deren Ansicht auf.
Nun kommt die Stunde, daß der Vater hinübergehen muß. Er erkennt dabei zu seinem Erschrecken, daß er damit nicht aufgehört hat zu sein. Nun wird der heiße Wunsch in ihm erwachen, sein Kind diese Erkenntnis wissen zu lassen. Dieser Wunsch bindet ihn an das Kind.
Das Kind aber hört ihn nicht und fühlt nicht seine Nähe; denn es lebt nun in der Überzeugung, daß der Vater nicht mehr ist, und das steht wie eine feste, undurchdringliche Mauer zwischen ihm und den Bemühungen seines Vaters. Die Qual des Vaters aber, beobachten zu müssen, daß das Kind durch seinen Anstoß nun den falschen Weg verfolgt, der es immer weiter ab von der Wahrheit treibt, die Angst, daß das Kind auf diesem falschen Weg den Gefahren tieferen Sinkens nicht auszuweichen vermag und vor allen Dingen viel leichter ausgesetzt ist, wirkt nun gleichzeitig als sogenannte Strafe für ihn, dafür, daß er das Kind auf diesen Weg leitete.
Selten gelingt es ihm, diesem die Erkenntnis auf irgendeine Art beizubringen. Er muß sehen, wie sich die falsche Idee von seinem Kinde weiter auf dessen Kinder überträgt, und so fort, alles als Mitfolge seiner eigenen Verfehlung. Er kommt nicht los, bis eines der Kindeskinder den rechten Weg erkennt, geht, und auch Einfluß auf die anderen mit ausübt, wodurch er nach und nach gelöst wird und an seinen eigenen Aufstieg denken kann.

(Vortrag „Erdgebunden“)

Ein jeder falsche Helfer aber wird bittere Erfahrung machen müssen! Sein Aufstieg in dem Jenseits kann erst dann beginnen, wenn auch der Letzte aller derer, die er […] aufgehalten hat oder gar irreführte, zur Erkenntnis kam. Solange seine Bücher, seine Schriften hier auf Erden weiter wirken, wird er drüben festgehalten, auch wenn er unterdessen dort zu besserer Erkenntnis kam.

(Vortrag „Der Schrei nach dem Helfer“)

God’s Not Dead 2 kommt am 1. April diesen Jahres in die Kinos.
http://www.godsnotdead.com/

Ein Interview zum Thema Religion und Wissenschaft, religiöser Fanatismus und militanter Atheismus.


Sarah’s Choice (dt. Sarahs Entscheidung)

Jesus hat darin in seinen Gleichnissen die besten Vorbilder gezeigt. […] Er sprach dabei immer von dem „Nächsten“ und zeigte damit den besten Weg zur Ablösung des Karmas und zum Aufstiege in schlichtester, lebenswahrster Form.
„Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“, mahnte er und gab damit den Schlüssel zu dem Tore alles Aufsteigens. […] Die Kinder, ihre notwendige Pflege und Erziehung, geben auf die natürlichste Art so viele Gelegenheiten, daß sie
alles in sich bergen, was überhaupt nur als Ablösung in Betracht kommen kann. Und deshalb bringen Kinder Segen, gleichviel, wie sie geboren und entwickelt sind!
Das, was den Eltern gilt, gilt auch Geschwistern und allen, die viel mit Kindern in Berührung kommen. Auch diese haben Gelegenheiten, durch den neuen Erdenbürger zu gewinnen, indem sie sich bemühen, sei es auch nur durch Ablegung übler Eigenschaften oder ähnlicher Dinge, in Geduld, in sorgsamen Hilfeleistungen verschiedenster Art.

(Vortrag „Das Geheimnis der Geburt“)

Ein ähnliches „heißes Eisen“ wie Theismus vs. Atheismus ist (nicht nur) in den USA die Debatte um Abtreibung. Gerade in den letzten Jahren wurde von christlich-fundamentalistischer Seite gezielt begonnen, gegen das bestehende Gesetz über die Legalität von Abtreibung vorzugehen, mit der erklärten Absicht, es zu stürzen. Gleichermaßen wurde in einigen Staaten gegen die Organisation „Planned Parenthood“ vorgegangen, die für fundamentalistische Christen in erster und einziger Linie für Kindsmord steht, nicht für die Beratungsstelle in dem weiten Feld der Familienplanung, die sie tatsächlich ist.
Während von mancher christlicher Seite die biblische Lehre dahingehend ausgelegt wird, daß das Leben eines Menschen mit dessen Zeugung beginnt (womit Abtreibung als Mord gewertet würde), erklärt die Gralsbotschaft den Vorgang anders:

In der Mitte der Schwangerschaft, bei einer bestimmten Reife des werdenden Körpers, wird der für die Geburt vorgesehene Geist inkarniert, der bis dahin sich viel in der Nähe der werdenden Mutter aufhält. Das Eintreten des Geistes löst die ersten Zuckungen des kleinen sich entwickelnden grobstofflichen Körpers aus, also die ersten Kindesbewegungen.

(Vortrag „Die Erschaffung des Menschen“)

Sarah Collins hat Aussicht auf Beförderung, während ihr Freund Matt seine Zeit lieber mit aussichtslosen Spekulationen auf das schnelle Geld verschwendet. Als Sarah ungeplant schwanger wird, sieht sie sich vor die Aussicht gestellt, angesichts Matts verantwortungsloser Art und ihrer ausgebremsten Karriere mit ihrer Familie am Existenzminimum zu leben, ihr Kind allein durchbringen zu müssen oder aber die Schwangerschaft zu beenden. Ihre bibeltreue Familie ist ihr bei ihrer Entscheidung eher zusätzliche Belastung als Hilfe. Während ihre Schwester praktische Lösungen vorgeschlägt, beschränkt sich ihre Mutter auf Klagen und Vorwürfe. Doch auch eine Abtreibung will Sarah nicht als bevorzugte Wahl erscheinen.

Nehmen wir an, eine Frau oder ein Mädchen ist unerwünscht in die Lage gekommen, Mutter zu werden, und hat, wie es leider sehr oft geschieht, etwas dagegen unternommen. Auch wenn alles […] ohne körperliche Schädigung vorüberging, so ist es doch damit gleichzeitig nicht auch gesühnt. Die feinstoffliche Welt als Umgebung nach dem irdischen Tode registriert genau und unbeeinflußbar.
Von dem Augenblicke an, wo es geschah, hat sich ein feinstofflicher Körper des werdenden Kindes an den feinstofflichen Hals der unnatürlichen Mutter geklammert, um von dieser Stelle nicht eher wegzugehen, als bis die Tat abgelöst wurde. Das merkt natürlich das betreffende Mädchen oder die Frau nicht, solange sie in dem grobstofflichen Körper auf der Erde lebt. Sie hat höchstens hie und da einmal ein leicht beklemmendes Gefühl als Auswirkung, weil der kleine feinstoffliche Körper des Kindes im Verhältnis zu dem grobstofflichen Körper federleicht ist, und heute die meisten Mädchen viel zu abgestumpft sind, um diese kleine Last zu verspüren. Dieses Abgestumpftsein ist jedoch durchaus kein Fortschritt, ist auch kein Zeichen von robuster Gesundheit, sondern bedeutet Rückschritt, das Zeichen seelischen Vergrabenseins.
In dem Augenblicke des irdischen Sterbens aber wird die Schwere und Dichtheit des anhängenden Kindeskörperchens
gleichartig mit dem nunmehr aus dem irdischen Körper ausgetretenen feinstofflichen Körper der Mutter und somit zur absoluten Last. Es wird dem feinstofflichen Körper der Mutter sofort dieselbe Unbequemlichkeit bereiten wie auf Erden das Anklammern eines grobstofflichen Kindeskörpers an ihren Hals. Dies kann nun je nach Art des vorangegangenen Geschehens zur atemraubenden Qual sich steigern. Die Mutter muß im Jenseits diesen Kindeskörper mit sich herumschleppen, wird nicht eher davon frei, bis bei ihr die Mutterliebe erwacht und sie treusorgend dem Kindeskörper unter Aufgabe der eigenen Bequemlichkeit mühselig alle Erleichterungen und Pflege zu bieten sucht.

(Vortrag „Im Reiche der Dämonen und Phantome“)

Das Kind in ihren Armen ist jedoch nicht in Wirklichkeit die lebendige Seele des Kindes […]. Solche Ungerechtigkeit kann nicht vorkommen. In den meisten Fällen tummelt sich die lebendige Kindesseele in sonnigen Gefilden, während das Kind in den Armen der kämpfenden Mutter nur… ein Phantom ist […]. Es kann nun ein Schuldgebilde sein, also unter dem Drucke des Schuldbewußtseins entstanden, oder auch ein Verzweiflungsgebilde, Haßgebilde, Liebesgebilde, gleichviel, die Mutter wähnt, daß es das lebende Kind selbst sei, weil das Gebilde ja dem Kind vollkommen ähnlich ist und sich auch derart bewegt, schreit usw.

(ebd.)

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In den Augen von Sarahs Mutter lebt sie „in Sünde”. Die Gralsbotschaft hingegen erläutert, daß sich Sünde in der Sexualität nicht am Fehlen einer irdischen Institution wie der Ehe festmachen läßt.

Der Körper ist ein vom Schöpfer anvertrautes Gut, das der Mensch zu pflegen verpflichtet ist. Ebenso wie er sich dem Verlangen des Körpers nach Essen, Trinken, Ruhe und Schlaf, Blasen- und Darmentleerung nicht ungestraft enthalten kann, […] so wird er auch nicht an dem gesunden Verlangen eines reifen Körpers zu geschlechtlicher Betätigung herumkünsteln können, ohne sich irgendeinen Schaden damit zuzufügen. […]
Aber wie überall, so schadet auch hierin jede Übertreibung. Es muß scharf darauf geachtet werden, daß das Verlangen nicht etwa nur eine Folge einer durch Lesen oder andere Ursache künstlich angeregten Phantasie […] ist. Es muß sich wirklich nur um die Forderung eines gesunden Körpers handeln, die durchaus nicht sehr oft an den Menschen herantritt.
Das wird nur geschehen, wenn vorher zwischen beiden Geschlechtern bereits eine vollkommene geistige Harmonie eingesetzt hat, die zum Schluß manchmal auch einer körperlichen Vereinigung zustrebt.
Alle anderen Ursachen sind für beide Teile entehrend und unrein, unsittlich,
auch in der Ehe.

(Vortrag „Ist geschlechtliche Enthaltsamkeit geistig fördernd?“)

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Jeder Erwachsene hat sich bewußt zu sein, was mit der Zeugung eigentlich verbunden ist. Der bisherige Leichtsinn darin, die Gedankenlosigkeit und auch die falschen Anschauungen haben sich ja in so unheilvoller Art gerächt.
Macht Euch nur klar, daß in dem allernächsten Jenseits eine große Anzahl Seelen schon bereit stehen in der Erwartung einer Möglichkeit zur Wiederinkarnierung auf der Erde. Es sind dies meistens solche Menschenseelen, die, von Karmafäden festgehalten, irgendwelche Ablösung in einem neuen Erdenleben suchen.
Sowie sich ihnen eine Möglichkeit dazu ergibt, heften sie sich an Stellen, wo ein Zeugungsakt erfolgte, um wartend das Heranreifen des neuen Menschenkörpers als Behausung zu verfolgen. In diesem Warten spinnen sich dann feinstoffliche Fäden von dem jungen Körper aus zur Seele, die sich hartnäckig in großer Nähe der werdenden Mutter hält, und umgekehrt, und bei bestimmter Reife dienen dann die Fäden zu der Brücke, die die fremde Seele aus dem Jenseits einläßt in den jungen Körper, den sich auch sofort für sich in Anspruch nimmt.
Ein fremder Gast zieht damit ein, der durch sein Karma den Erziehern manchen Kummer machen kann! Ein fremder Gast! Welch ungemütlicher Gedanke! Das sollte sich ein Mensch doch stets vor Augen halten und sollte nie vergessen, daß er in der Auswahl unter den wartenden Seelen
mitbestimmen kann, wenn er die Zeit dazu nicht leichtsinnig versäumt. […]
Die Zeugung soll für einen geistig freien Menschen nichts andres sein als der Beweis seiner Bereitwilligkeit, einen fremden Menschengeist als Dauergast in der Familie aufzunehmen, ihm Gelegenheit zu geben, auf der Erde abzulösen und zu reifen. Nur wo auf beiden Seiten der innige Wunsch
für diesen Zweck vorhanden ist, soll die Gelegenheit zu einer Zeugung erfolgen.

(Vortrag „Das Recht des Kindes an die Eltern“)

Grace Unplugged

Noch unrichtiger aber war, daß man dieses Gebot entstellte, indem es nach dem menschlichen Ermessen verbessert werden sollte, bestimmter noch geformter durch einen Zusatz: „Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren!“ Dadurch wurde es persönlich. Das mußte zu Irrtümern hinführen; denn das Gebot heißt in der rechten Form nur: „Du sollst Vater und Mutter ehren!“
Es meint also nicht einzelne, bestimmte Personen, deren Art von
vornherein nicht festgesetzt und nicht vorausgesehen werden kann. So Widersinniges kommt niemals in den göttlichen Gesetzen vor. Gott verlangt auf keinen Fall, etwas zu ehren, was geehrt zu werden nicht auch unbedingt verdient!
Dieses Gebot umfaßt im Gegenteil anstatt Persönlichkeiten einen
Begriff der Vaterschaft und Mutterschaft. Es tritt also zuerst nicht an die Kinder, sondern die Eltern selbst heran, verlangt von diesen, Vaterschaft und Mutterschaft in Ehren zu erhalten! Das Gebot legt Eltern unbedingte Pflichten auf, sich ihrer hohen Aufgabe vollkommen stets bewußt zu sein und damit auch die darin liegende Verantwortung vor Augen zu behalten. […]
Für Kinder aber wird dieses Gebot durch deren Eltern heilig und lebendig. Sie werden überhaupt nicht anders können, als den Vater und die Mutter von der Seele aus zu ehren, gleichviel, wie diese Kinder selbst geartet sind. Sie werden durch die Tatsache der Art der Eltern schon gezwungen sein.

(Abd-ru-shin: Die zehn Gebote Gottes / Das Vaterunser, Vortrag „Das vierte Gebot“)

Der Film von Brad J. Silverman ist eine moderne Umsetzung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn, birgt darüber hinaus aber noch eine ganz andere Botschaft.

Die talentierte junge Sängerin und Musikerin Grace fühlt sich eingesperrt in den Regeln der kirchlichen Band ihres Vater Johnny Trey, der in den 80er Jahren mit seinem Hit „Misunderstood“ die Charts stürmte – und danach wieder in der Versenkung verschwand. Ihr Vater kennt die Gefahren des Musikgeschäfts zu gut, um Grace diesen aussetzen zu wollen, doch in seiner kontrollierenden Art verschließt er sich dem Drängen seiner Tochter nach Eigenständigkeit. Für ihn ist sie immer noch in erster Linie sein Kind, nicht die junge Frau, zu der sie inzwischen herangewachsen ist.
Als sich Grace die Chance auf einen Vertrag mit einer Musikfirma bietet, ergreift sie sie und steigt wie zuvor ihr Vater in kürzester Zeit zum Star auf. Doch mit ihrem christlich-moralischen Hintergrund gerät sie bald in Zwiespalt mit dem, was sie im Interesse von Ruhm und Erfolg leisten soll.

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Weit mehr also als eine Geschichte von der „verlorenen Tochter“, setzt sich Grace Unplugged mit einer Vater-Tochter-Beziehung auseinander, die auf beiden Seiten ein Umdenken erfordert. Johnny muß erkennen, daß seine Tochter ihren eigenen Weg zu gehen hat, während Grace erst im Erleben verstehen lernt, daß ihr Vater nur das Beste für sie wollte und welchen Weg sie einschlagen soll.

Wenn sich die Menschen fragen, wie sie ihre Kinder recht erziehen können, so müssen sie in erster Linie das Kind betrachten und darnach sich richten. Eigene Wünsche des Erziehers müssen dabei ganz zur Seite treten. Das Kind soll seinen Weg auf Erden gehen, nicht aber den Weg des Erziehers.
Es ist wohlgemeint, wenn ein Erzieher seinem Kinde
die Erfahrungen gern zur Verfügung stellen will zu dessen Nutzen, welche er selbst in seinem Erdenleben machen mußte. Er will dem Kinde viel ersparen an Enttäuschungen, Verlusten und an Schmerz. Aber er richtet damit in den meisten Fällen nicht viel aus.
Zuletzt muß er erkennen, daß alle seine Mühe darin und sein gutes Wollen ganz umsonst gegeben war; denn das heranwachsende Kind geht zu bestimmter Zeit ganz plötzlich, unerwartet seinen eigenen Weg und hat in für sich wichtigen Entscheidungen alle Ermahnungen vergessen oder nicht beachtet.
Die Trauer des Erziehers darüber ist nicht berechtigt; denn dieser hat bei seinem guten Wollen gar nicht in Betracht gezogen, daß das Kind, das er erziehen wollte, durchaus nicht einen gleichen Weg zu gehen hat wie er, wenn es den Zweck des eigenen Seins auf dieser Erde
recht erfüllen will.
Alle Erfahrungen, die der Erzieher an sich selbst vorher erleben konnte oder mußte, waren
diesem zugedacht und diesem not, deshalb brachten sie auch nur dem Erzieher Nutzen, wenn er sie richtig in sich aufzunehmen fähig war.
Dieses Erleben des Erziehers aber kann
dem Kinde nicht den gleichen Nutzen bringen, da ja dessen Geist zu eigener Entwickelung wieder etwas ganz anderes erleben muß, an Hand der Schicksalsfäden, die mit ihm verwoben sind.

(Vortrag „Das Kind“)

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Schlag nur an Deine Brust, o Mensch, und preise laut, daß Du kein Mörder bist! Denn töten ist ja morden, und nach Deiner Überzeugung hast Du das Gebot des Herrn nie übertreten. Stolz kannst Du vor ihn hintreten und ohne Furcht und Bangen dem Aufschlagen gerade dieser Seite Deines Lebensbuches hoffnungsvoll entgegensehen.
Hast Du jedoch einmal dabei bedacht, daß es für Dich auch ein
Ertöten gibt und daß ertöten gleichbedeutend ist mit töten?
Es liegt darin kein Unterschied. Du machst ihn nur allein in Deiner Ausdrucksweise, Deiner Sprache; denn das Gebot sagt nicht einseitig: Du sollst kein grobstoffliches Erdenleben töten! Sondern groß, umfassend, kurz: Du sollst nicht töten!
Ein Vater hatte beispielsweise einen Sohn. Den Vater trieb der kleine Erdenehrgeiz, daß der Sohn studieren müsse, um jeden Preis. In diesem Sohne aber ruhten Gaben, die ihn drängten, anderes zu tun, wobei ihm das Studieren gar nichts nützen konnte.
Da war es ganz natürlich, daß der Sohn für dieses aufgezwungene Studieren keine Lust in sich verspürte, auch die Kraft nicht freudig aufzubringen fähig war. Gehorsam aber forderte der Vater. Gehorsam leistete der Sohn. […]
Unwiderlegbar […] ist es, daß der Vater hier in diesem Sohne durch seinen Ehrgeiz oder Starrsinn etwas zu ertöten suchte, was dem Sohne auf die Erde zur Entwicklung mitgegeben war! […] Der Vater nun verstieß damit schwer gegen das Gebot: Du sollst nicht töten! Ganz abgesehen davon, daß er mit seinem Tun den Menschen etwas vorenthielt, was vielleicht sehr zu ihrem Nutzen werden konnte durch den Knaben! Jedoch er muß bedenken, daß der Knabe wohl geistverwandt mit ihm oder der Mutter ist oder sein kann, trotzdem vor dem Schöpfer aber eine eigene Persönlichkeit verbleibt, welche
verpflichtet ist, die Gaben zu entwickeln, die sie auf die Erde mitbekam, zu ihrem eigenen Besten. […]
Natürlich soll nicht jedem Traume oder Wunsche eines Kindes von den Eltern nachgegeben sein. Das wäre nicht Erfüllung ihrer Elternpflicht. Aber die ernste Prüfung wird gefordert, die niemals irdisch einseitig sein darf! Gerade diese Prüfung aber in
selbstloser Art wird selten oder gar nicht von den Eltern angewendet.

(Vortrag „Das fünfte Gebot“)


Der Heiland am Kreuze! Zu Tausenden sind diese Kreuze aufgestellt, als Wahrzeichen dafür, daß Christus um der Menschheit willen litt und starb. Sie rufen den Gläubigen von allen Seiten zu: „Denket daran!“ […]
Mit innigem Erschauern tritt der Gläubige herzu, in tiefer Ehrfurcht und voll Dankbarkeit. Mit Frohgefühl verläßt er dann die Stätte in dem Bewußtsein, durch den Opfertod auch seiner Sünden ledig geworden zu sein. […]
Um Eurer Sünden willen kam der Heiland, das ist unantastbar und buchstäblich richtig. Auch daß er um der Schuld der Menschheit willen starb.
Doch
dadurch werden Deine Sünden nicht von Dir genommen! Das Erlösungswerk des Heilands war, den Kampf mit dem Dunkel aufzunehmen, um der Menschheit Licht zu bringen, ihr den Weg zu öffnen zur Vergebung aller Sünden.
Wandern muß ein jeder diesen Weg allein, nach des Schöpfers unumstößlichen Gesetzen. Auch Christus kam nicht, die Gesetze umzustoßen, sondern zu erfüllen. Verkenne doch nicht den, der Dir Dein bester Freund sein soll! Nimm für die wahren Worte nicht irrtümlichen Sinn!
Wenn es ganz richtig heißt: Um der Menschheit Sünden willen geschah dies alles, so ist damit gesagt, daß Jesu Kommen nur deshalb notwendig wurde, weil sich die Menschheit nicht mehr allein aus dem selbstgeschaffenen Dunkel herauszufinden und von dessen Klammern zu befreien vermochte.
Christus mußte diesen Weg der Menschheit zeigen. Hätte sich diese nicht so tief in ihre Sünden verstrickt, das heißt, wäre die Menschheit nicht den
falschen Weg gegangen, so würde das Kommen Jesu nicht notwendig geworden sein, ihm wäre der Kampf- und Leidensweg erspart geblieben.
Deshalb ist es ganz richtig, daß er nur um der Sünden der Menschheit willen kommen mußte, wenn diese nicht auf dem falschen Wege ganz in den Abgrund, in das Dunkel gleiten sollte.
Das sagt aber nicht, daß damit jedem Einzelmenschen
im Handumdrehen auch seine persönliche Schuld quittiert werden soll, sobald er nur wirklich an die Worte Jesu glaubt und darnach lebt. Lebt er aber nach den Worten Jesu, so werden ihm seine Sünden vergeben werden. Allerdings erst nach und nach zu einer Zeit, sobald die Auslösung durch die Gegenarbeit des guten Wollens in der Wechselwirkung erfolgt. Nicht anders. Zum Unterschiede dafür ist bei denen, die nicht nach den Worten Jesu leben, eine Vergebung überhaupt nicht möglich.
Das besagt nun aber nicht, daß nur Angehörige der christlichen Kirche Vergebung der Sünden erlangen können.
Jesus verkündete die
Wahrheit. Seine Worte müssen deshalb auch alle Wahrheiten anderer Religionen mitenthalten. Er wollte nicht eine Kirche gründen, sondern der Menschheit den wahren Weg zeigen, der ebensogut auch durch die Wahrheiten anderer Religionen führen kann. […]
Auch wer die Worte Jesu selbst nicht kennt und ernsthaft nach der Wahrheit und Veredelung strebt, lebt oft schon ganz im Sinne dieser Worte und geht deshalb mit Sicherheit auch einem reinen Glauben und der Vergebung seiner Sünden zu. Hüte Dich deshalb vor einseitiger Anschauung. […]
Wer ernsthaft nach der Wahrheit, nach der Reinheit strebt, dem fehlt auch nicht die Liebe. Er wird, wenn auch manchmal durch harte Zweifel und Kämpfe, geistig von Stufe zu Stufe emporgeführt und,
gleichviel, welcher Religion er angehört, schon hier oder auch erst in der feinstofflichen Welt dem Christusgeiste begegnen, der ihn dann letzten Endes weiterführt bis zur Erkenntnis Gottvaters, worin sich das Wort erfüllt: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ […]
Der Menschen reines Wollen war zu schwach geworden, um in dem schon überwiegenden schweren, alles erstickenden Dunkel auf Erden dem Lichte einen Punkt zu bieten, an den es sich halten konnte, mit dem es sich zu verbinden vermochte, derart, daß es in ungetrübter Reinheit und dadurch ungeschmälerter Kraft das Dunkel spaltete und die Menschheit erlöste, die sich dann an der dadurch angeschlagenen Quelle Kraft holen und den Weg aufwärts finden konnte zu den lichten Höhen.
Dem Lichte selbst aber war es nicht möglich, sich so weit herabzusenken in den Schmutz, ohne daß ein starker Halt dazu geboten wurde. Deshalb mußte ein Mittler kommen. Nur ein Gesandter aus lichten Höhen konnte durch
Fleischwerdung die durch der Menschen Wollen gebildete dunkle Mauer sprengen und unter allem Bösen das grobstoffliche Postament für das göttliche Licht bilden, das fest mitten in dem schweren Dunkel steht. Von dieser Verankerung aus vermochten dann die reinen Strahlen des Lichtes die dunklen Massen zu spalten und zu zerstreuen, damit die Menschheit nicht vollständig im Dunkel versank und erstickte.
So
kam Jesus um der Menschheit und deren Sünde willen!
Die so geschaffene neue Verbindung mit dem Licht konnte bei der Reinheit und Stärke eines Lichtgesandten nicht vom Dunkel abgeschnitten werden. Damit war für die Menschen ein neuer Weg zu den geistigen Höhen gebahnt.
Von Jesus, diesem entstandenen irdischen Postament des Lichtes, gingen nun dessen Strahlen in das Dunkel durch das lebendige Wort, das die Wahrheit brachte. Er konnte diese Wahrheit unverfälscht übermitteln, da er Wort und Wahrheit selbst war.
Die Menschen wurden nun aus ihrem Dämmerzustand aufgerüttelt durch die gleichzeitig geschehenden Wunder. Diesen nachgehend, stießen sie auf das Wort. Mit dem Hören der von Jesus gebrachten Wahrheit aber und dem Nachdenken darüber erwachte nach und nach in Hunderttausenden der Wunsch, dieser Wahrheit nachzugehen, mehr davon zu wissen. Und damit strebten sie dem Lichte langsam entgegen.
Durch den Wunsch wurde das sie umgebende Dunkel gelockert, ein Lichtstrahl nach dem anderen drang sieghaft ein, indem die Menschen über die Worte nachdachten und sie für richtig fanden. Es wurde heller und heller um sie, das Dunkel fand keinen festen Halt mehr an solchen und fiel zuletzt von ihnen abgleitend zurück, womit es mehr und mehr an Boden verlor. So wirkte das Wort der Wahrheit in dem Dunkel wie ein keimendes Senfkorn und wie Sauerteig im Brote.
Und
das war das Erlöserwerk des Gottessohnes Jesus, des Licht- und Wahrheitsbringers.
Das Dunkel, das die Herrschaft über die gesamte Menschheit schon zu haben wähnte, bäumte sich dagegen auf in wildem Kampfe, um das Erlöserwerk unmöglich zu machen. An Jesus selbst konnte es nicht heran, es glitt an seiner reinen Empfindung ab. Da war es selbstverständlich, daß es sich seiner willigen Werkzeuge bediente, die es zum Kampfe zur Verfügung hatte. […]
So peitschte das Dunkel in tobender Gegenwehr diese Menschen auf bis zu den groben Übergriffen, die sie gegen Jesus mit der in ihren Händen liegenden irdischen Gewalt ausübten.
Das Dunkel hoffte, dadurch das Erlöserwerk zerstören zu können. Daß es diese Macht auf Erden überhaupt ausüben konnte, war lediglich Schuld der Menschheit, die durch ihre selbstgewählte falsche Einstellung ihr Begriffsvermögen verengt und somit dem Dunkel Oberhand gegeben hatte.
Und um dieser Sünde der Menschheit willen mußte Jesus leiden! Das Dunkel peitschte weiter bis zum äußersten: Jesus erlitt den Kreuzestod, wenn er bei seinen Behauptungen blieb, der Wahrheit- und Lichtbringer zu sein. Es galt die letzte Entscheidung. Eine Flucht, ein Sichzurückziehen von allem konnte ihn von dem Kreuzestod retten. Das aber würde Sieg des Dunkels im letzten Augenblicke bedeutet haben, weil dann das ganze Wirken Jesu langsam im Sande verlaufen wäre und das Dunkel sich siegreich über allem schließen konnte. Jesus hätte seine Sendung nicht erfüllt, das begonnene Erlösungswerk wäre unvollendet geblieben.
Der innere Kampf in Gethsemane war hart, aber kurz. Jesus scheute den irdischen Tod nicht, sondern ging für die von ihm gebrachte Wahrheit ruhig in den irdischen Tod. Mit seinem Blute am Kreuze drückte er das Siegel auf alles das, was er gesagt und gelebt hatte.
Durch diese Tat überwand er das Dunkel völlig, das den letzten Trumpf damit ausgespielt hatte. Jesus siegte. Aus Liebe zur Menschheit, der dadurch der Weg zur Freiheit in der Licht blieb, weil sie durch diesen Tod an der Wahrheit seiner Worte bestärkt wurde.
Ein Entziehen durch die Flucht und das damit verbundene Aufgeben seiner Arbeit hätte ihnen Zweifel bringen müssen.
Jesus starb also um der Menschheit Sünde willen! Wäre die Sünde der Menschheit nicht gewesen […], so konnte sich Jesus sein Kommen ersparen, ebenso seinen Leidensweg und seinen Kreuzestod. Deshalb ist es ganz richtig, wenn es lautet: Um unserer Sünde willen kam Jesus, litt und starb den Kreuzestod!
Darin liegt aber nicht, daß Du Deine eigenen Sünden nicht selbst zu lösen hättest!
Vergiß […] nicht die Gerechtigkeit des großen Schöpfers aller Dinge, die sich nicht um ein Haar verrücken läßt, die ehern steht von Anbeginn der Welt und bis zu deren Ende! Sie würde gar nicht zulassen können, daß jemand die Schuld eines anderen auf sich nimmt, um sie zu sühnen.
Jesus konnte um anderer Schuld willen, also wegen der Schuld anderer, kommen, leiden, sterben, als Kämpfer auftreten für die Wahrheit, aber er selbst blieb unberührt und rein von dieser Schuld, deshalb vermochte er sie auch nicht persönlich auf sich zu nehmen.
Das Erlöserwerk ist deshalb nicht geringer, sondern ein Opfer, wie es größer nicht sein kann. Jesus kam aus der lichten Höhe für Dich in den Schmutz, er kämpfte um Dich, litt und starb für Dich, um Dir Licht zu bringen zu dem rechten Weg aufwärts, damit Du nicht im Dunkel Dich verlierst und untergehst!
So steht Dein Erlöser vor Dir. Das war sein gewaltiges Liebeswerk.
Gottes Gerechtigkeit blieb in den Weltgesetzen ernst und streng bestehen; denn was der Mensch säet, das wird er ernten, sagt auch Jesus selbst in seiner Botschaft. Kein Heller kann ihm nachgelassen werden auf Grund der göttlichen Gerechtigkeit!

(Vortrag „Der Erlöser“)

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