Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Ein Fremdling, Reinkarnation und Weiblichkeit in „Doctor Who“

„He’s like fire and ice and rage. He’s like the night and the storm and the heart of the sun. He’s ancient and forever. He burns at the centre of time, and he can see the turn of the universe. And he’s wonderful.” (Doctor Who, “The Family of Blood”)

Genießen wir also die „Tapeten“, die momentan unser Leben begleiten – aber „kleben“ wir möglichst nicht an ihnen. Denn der nächste Wechsel kommt bestimmt. (Werner Huemer: „Inkarnation und Reinkarnation“)

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Doctor Who ist die wohl langlebigste Fernsehserie aller Zeiten, die Generationen von treuen Zuschauern in ihren Bann gezogen hat. Erstmals ausgestrahlt 1963 von der BBC, erfindet sich die Serie immer wieder neu, behält jedoch ihre Grundelemente bei.
Doctor Who war nie wirklich als bierernste Unterhaltung gedacht, sondern startete fast von Anfang an mit einer gesunden Portion Humor, was sich bis heute erhalten hat. Während das ursprüngliche Konzept vorsah, Geschichte unterhaltsam zu vermitteln, gewann bald der Science-Fiction-Anteil die Oberhand, so daß selbst historische Folgen immer auch ein Fremdelement zu enthalten begannen. Der Charakter des titelgebenden Doktors entwickelte sich erst nach und nach; in den ersten Staffeln der Serie blieb sein Hintergrund so gut wie unbekannt. Im Grunde genommen war er in dieser Phase nichts anderes als der klassische verrückte Wissenschaftler so vieler Science-Fiction-Filme, dessen Technik es den Helden ermöglichte, in verschiedene Epochen der Erde zu reisen oder auch andere Planeten zu besuchen. Erst im Laufe der Zeit rückte er als eigenständige Figur ins Zentrum der Handlung, und entsprechend wurde seine Geschichte weiter ausgearbeitet; er wurde „dreidimensional“.
Diese Entwicklungsgeschichte ist eng verbunden mit einem der interessantesten Elemente der Serie. Dem Bild des besagten zerstreuten Professors entsprechend wurde der Doktor zuerst mit einem älteren Darsteller, William Hartnell, besetzt, was gleichzeitig erlaubte, die junge Zuschauergeneration in Form seiner fünfzehnjährigen Enkelin Susan in die Serie einzubinden. Als sich jedoch in der vierten Staffel Hartnells Gesundheitszustand verschlechterte, erfanden die Autoren eine Möglichkeit, die Serie ohne Wechsel der titelgebenden Hauptfigur fortzuführen: Die „Regeneration“.

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Der Doktor ist ein zeitreisender Außerirdischer, der sich scheinbar nicht viel von Menschen unterscheidet. Er besitzt keine Superkräfte, er kann verletzt, auch getötet werden, er begeht sehr menschliche Fehler, er hat menschliche Gefühle.

Betrachten wir uns nur einmal einige der phantastischen Erzählungen, die über Marsmenschen geschrieben und gedruckt wurden! Jede Zeile davon zeigt Verständnislosigkeit den Gottgesetzen in der Schöpfung gegenüber. Und schließlich müssen wir ja doch den Mars wie alles andere zur Schöpfung rechnen.
Es werden Kreaturen da geschildert, die tatsächlich einer
kranken Phantasie entspringen, in dem Gedanken wurzelnd, daß die Menschen dort ganz anders gestaltet sein müssen als hier auf der Erde, weil der Mars ein anderer Planet ist. […]
Ich sagte schon oft, daß gar kein Grund vorhanden ist, sich etwas anders zu denken in der Schöpfung, weil es von der Erde entfernter sich befindet oder mit grobstofflichen Augen nicht aufzunehmen ist. Die Schöpfung ist aus
einheitlichen Gesetzen erstanden, ist ebenso einheitlich in ihrer Entwickelung und wird auch ebenso einheitlich erhalten. […]
Jeder
Mensch der Nachschöpfung ist ein Abbild der urgeschaffenen Ebenbilder Gottes. In der ganzen Schöpfung tragen die Menschen deshalb nur die eine ihnen als Mensch bestimmte Form, mehr oder weniger veredelt. Aber die Form an sich ist immer zu erkennen und kann nicht etwa drei Beine haben oder durchweg nur ein Auge in der Mitte des Kopfes, es sei denn, daß es sich um eine hier und da einmal einzeln vorkommende Mißgeburt handelt. Darin liegt aber nichts Grundlegendes.
Was
nicht die grundlegende Menschenform trägt, ist auch kein Mensch zu nennen.
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Meidet die Pharisäer!“)

Gleichzeitig ist der Doktor jedoch wesentlich mehr als ein Mensch. Seine Spezies, die „Time Lords“, sind Hüter des Raum-Zeit-Kontinuums und besitzen tiefes Wissen von dem Lauf der Schöpfung, deren Bewegungen und Strömungen sie wahrnehmen können. Übertragen auf das Schöpfungsbild der Gralsbotschaft ist der Doktor also mindestens ein Mensch auf einer höheren Entwicklungsstufe, viel wahrscheinlicher aber ein inkarnierter Geist aus einer der Ebenen oberhalb des Ursprungs der entwickelten Menschengeister, ein urgeistiger Helfer oder Engel (als der er in einer Folge bezeichnet wird).
In dieser Eigenschaft ist der Doktor ein Fremdling unter den Menschengeistern, auf welchem Planeten auch immer diese inkarniert sind. Er ist oftmals strenger als seine menschlichen Begleiter verstehen, zeigt aber auch oft unerwartete Milde. Dennoch ist er bei weitem nicht vollkommen. Wie es auch Urgeistigen bei einem Aufenthalt in der tiefen Grobstofflichkeit ergeht (selbst Erzengel Luzifer aus den noch viel höher gelegenen göttlichen Ebenen), verliert sich in dem Abstand vom Licht leicht die Perspektive, das Irdische beginnt mehr und mehr Raum einzunehmen, Versuchungen setzen ein, Stürze sind möglich.

Eine Eigenschaft der Time Lords ist ihre Fähigkeit, ihren Körper zu regenerieren, wenn dieser zu alt oder zu sehr beschädigt wird. Sofern ihr Tod nicht plötzlich eintritt, sterben sie nicht, sondern wechseln in eine andere Erscheinungsform. Dies ist natürlich eine fiktionale Umsetzung der Reinkarnation. Wie bei dieser bleibt die grundlegende Persönlichkeit des Geistes erhalten, nimmt jedoch in jeder Inkarnation andere Ausprägungen an.

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In den „Toden“ des Doktors ist, wie im realen Leben, eine ganze Bandbreite von Ursachen vorhanden – von Altersschwäche bis gewaltsamem Tod. Dabei findet man oft das große Motiv der Selbstaufopferung für die Menschheit oder auch „nur“ für eine Einzelperson, damit die Werte unterstreichend, für die er steht – in ihrem Kern zutiefst christliche Werte.

“You failed to save a civilisation, but at least you helped one man.” Worauf es wirklich ankommt: Der Einzelne.
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Anders mit den Menschen, die den Aufstieg zu allem Edleren schon in dem Erdensein begannen. Weil diese die Überzeugung des Schrittes in die feinstoffliche Welt lebendig in sich tragen, ist die Loslösung auch viel leichter. […] Ein solcher leichter und weniger dichter feinstofflicher Körper erscheint naturgemäß auch heller und lichter, bis er zuletzt in so große Verfeinerung kommt, daß das in ihm ruhende Geistige strahlend durchzubrechen beginnt, bevor er als ganz lichtstrahlend in das Geistige eingeht.
(Vortrag „Der Tod“)

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Der Doktor durchläuft in den Jahrzehnten der Serie mehrere Inkarnationen; seine Erinnerung an seine Vorleben bleibt dabei intakt. Welche Gestalt die jeweils neue Inkarnation annimmt, scheint zufällig zu sein; sie wechseln in Alter und Aussehen ohne erkennbares Muster. Fast – denn vielleicht übt das Wollen des Geistes unbewußt doch einen Einfluß aus, so wie bei realen Inkarnationen Schicksalsfäden und Anziehung die Wahl des neuen Erdenkörpers steuern. Deutlich wird dies in der Serie an zwei gleichen Beispielen: Der Übergang von der dritten zur vierten und von der neunten zur zehnten Inkarnation. In beiden Fällen ist das auslösende Element die stärkste Macht des Universums: Die Liebe. In beiden früheren Inkarnationen ist das (äußere) Altersverhältnis zwischen dem Doktor und der Frau, die er liebt oder die ihm zumindest nahesteht, ungleich. Die jeweils folgende Inkarnation paßt sich im Aussehen entsprechend an, wird jünger, attraktiver.

Die geistige, wesenhafte und feinstoffliche Form des Körpers verändert sich, sobald ein Geistkeim seine Tätigkeit verändert. […]
Zur Veränderung kann jedoch die Schale irdischer Grobstofflichkeit nicht so schnell folgen. Diese ist nicht derart wandlungsfähig, deshalb ja auch nur für ganz kurze Zeit bestimmt. Hier zeigt sich eine Wendung dann bei
Wiederinkarnierungen, deren in den meisten Fällen viele sind.

(Vortrag „Geschlecht“)

Abgesehen von diesem natürlichen Zusammenfinden bestimmter Gleicharten können auch „Schicksalsfäden“, die zwei Menschen miteinander verbinden, ausschlaggebend für eine Inkarnation sein.

Wer bewußter auf sein Innenleben achtet, muß sehr bald bemerken, daß ihn jede Handlung, die er setzt, jedes Wort, das er äußert, ja, jeder Gedanke, den er hegt, in entsprechender Stärke, Art und Weise mit seinen Nebenmenschen verbindet. Eine wohlwollende Gesinnung, Zuneigung und Liebe führen zu fördernden Bindungen, eine ablehnende oder sogar haßerfüllte Gesinnung und Handlung dagegen zu hemmenden Bindungen, zu inneren Fesseln, die wieder gelöst werden müssen.

Nun können starke Bindungen zwischen Menschen – seien sie förderlicher oder hemmender Art – über den Tod hinaus bestehenbleiben und dazu führen, daß die Betroffenen auch in einem neuen Erdenleben in passender Art miteinander in Verbindung stehen.

(Werner Huemer: „Inkarnation und Reinkarnation“)

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Eine Doppelfolge geht sogar so weit, in fiktiver Form die Strahlenverbindung zwischen einem nicht inkarnierten Urgeistigen und einem für ihn bereiteten Menschengeist zu verdeutlichen – das Konzept also, daß ein Geist aus der urgeistigen oder gar göttlichen Ebene einen Erdenmenschen als „Avatar“ verwenden kann. Diese Folge kehrt im Ausgangspunkt das Prinzip zunächst einmal um: Der Doktor verändert mit Hilfe von Technologie seinen Körper in den eines Erdenmenschen und trennt sein Bewußtsein, seinen Geist von diesem. Was danach geschieht, folgt jedoch fast buchstabengetreu dem tatsächlichen Vorgang des „Andockens“, der Strahlenverbindung. John Smith ist im England von 1913 ein Lehrer an einem Jungeninternat. Er ist in keiner Weise herausragend, ein Mann seiner Zeit, doch in seinen Träumen teilt er das Wissen und die Erfahrungen eines anderen. (Im Kontext der Geschichte sind dies Resterinnerungen.) Man kann dies als seine Vorbereitung verstehen. Schließlich erfordern die Geschehnisse die Vereinigung des höheren Bewußtseins mit John Smiths Erdenkörper, und obwohl er sich in dem Wissen, alles aufgeben zu müssen, was ihm etwas bedeutet, ja, selbst als Persönlichkeit „überschrieben“ zu werden, zunächst widersetzt, beugt er sich für das Wohl aller zuletzt seiner Pflicht – eine Bestimmung, für die er immer vorgesehen war und für die er bereitet wurde.

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So eine Erden-Lichtgeburt bedarf der größten, umfangreichsten Vorbereitungen von oben her, und es kann nach jahrhundertelanger Mühe so ein kleiner Erdenmenschengeist durch seine Schwäche wieder Änderungen nötig machen noch im letzten Augenblick.

(Vortrag „Die urgeistigen Ebenen VII“)

Um noch einmal auf Werner Huemers oben zitierten Artikel zurückzukommen:

Weitaus schlüssiger erscheint demgegenüber der Gedanke, daß auch jede Inkarnation – wie letztlich alles Geschehen in der Schöpfung – bestimmten Gesetzmäßigkeiten folgt. Denn gerechterweise muß ja die äußere Ausgangslage, in die eine Seele geboren wird, genau zu deren innerer Eigenart passen.
Zunächst: Wir wissen aus Erfahrung, daß Menschen mit gleichartigen Interessen, Neigungen oder Zielen sich sozusagen „automatisch“ zusammenfinden: Gleich und gleich gesellt sich gern! Auf dieser Grundlage werden Vereine gegründet, Internet-Gemeinschaften oder auch religiöse Gruppierungen. Der Automatismus darin aber, also die Tatsache, daß dieses Zusammenfinden sich
wie von selbst vollzieht, zeigt das Wirken einer Gesetzmäßigkeit: der Anziehung der Gleichart!

Wir müssen nun lediglich voraussetzen, daß dieses Gesetz der Gleichart auch bei Inkarnationen wirksam ist – und schon finden wir bemerkenswerte Lösungen: Nehmen wir zum Beispiel an, eine Menschenseele hat die ausgeprägte, dominierende Eigenart, immer stur und rücksichtslos „mit dem Kopf durch die Wand“ zu wollen.

Auf Grund der Anziehung der Gleichart kommt diese Seele also in einem familiären Umfeld zur Inkarnation, in dem diese Art von Sturheit ebenfalls stark ausgeprägt ist, denn eine gleichartige „Schwingung“ verbindet Eltern und Kind.

Die aus einer solchen Konstellation resultierenden Konflikte sind freilich vorhersehbar – aber haben alle Beteiligten in der „Reibung“ aneinander nicht auch die beste Gelegenheit zur Erkenntnis ihrer Fehler und somit zu einer Änderung, zur Entwicklung und Reife?

Im übrigen muß der zur Inkarnierung kommenden Menschenseele das Hingezogenwerden zu einer Gleichart gar nicht als Zwang erscheinen, denn sie fühlt sich ja von einer vertrauten Schwingung angezogen. Müssen und Wollen können in diesem Vorgang also eins sein.

Gegenteilig zu dem in der Serie gezeigten Konflikt ist auch die Strahlenverbindung kein Zwang, kein Kampf gegen einen übergeordneten Willen. Die Gleichart spielt auch hier eine wesentliche Rolle. Die meist lange Vorbereitungszeit ist nötig dazu, eine Annäherung, Angleichung beider Geister über die bestehende Gleichart (soweit man bei der natürlichen Kluft zwischen Menschengeistigem und Urgeistigem oder Göttlichem davon sprechen kann) hinaus zu schaffen, so daß der endliche Akt des „Andockens“ zu einem glatten, fließenden Übergang wird.

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Eine weitere Eigenheit der Time Lords ist die Wahl ihres Namens. Während manche von ihnen den Namen tragen, mit dem sie geboren wurden, legen andere von ihnen diesen bewußt ab, verzichten sogar auf einen „Namen“ im eigentlichen Sinne, sondern nehmen statt dessen eine Bezeichnung an, die dem, was sie tun oder wofür sie stehen, entspricht. Die Tätigkeit bildet die Form; die Funktion wird zum Namen. Der Doktor beispielsweise ist jemand, der andere besser macht, heilt, während einer seiner Gegenspieler, der „Meister“, nach Herrschaft über andere strebt.

[I]mmerfort webt auch der Menschengeist wie jede Kreatur in den Gesetzesfäden sich sein Schicksal, die Art seines Weges. Jede Regung seines Geistes, jede Schwankung seiner Seele, jede Handlung seines Körpers, jedes Wort knüpft ihm unbewußt und selbsttätig immer aufs neue Fäden zu den bisherigen, aneinander, miteinander, durcheinander. Formt und formt, formt sich sogar dabei den Erdennamen schon im voraus, den er tragen muß bei einem nächsten Erdensein, und den er unvermeidbar tragen wird, da ihn die Fäden seines eigenen Gewebes sicher, unbeirrbar dahin führen!
Dadurch steht auch ein jeder Erdenname im Gesetz. Er ist nie zufällig, nie ohne daß der Träger selbst die Grundlage dazu vorher gegeben hat, da jede Seele zu der Inkarnierung an den Fäden
eigenen Gewebes wie auf Schienen unaufhaltsam dorthin läuft, wohin sie nach dem Schöpfungsurgesetz genau gehört. […]
Und die Eltern tragen auch schon
den Namen, den sie sich erwarben durch die Art, wie sie die Fäden für sich woben. Deshalb muß auch der gleiche Name passend sein für die herankommende gleichgeartete Seele, die sich inkarnieren muß. Sogar die Vornamen des neuen Erdenmenschen werden dann trotz anscheinender Überlegung immer nur in einer Art gegeben, wie sie der Gleichart entsprechen wird, da sich das Denken und das Überlegen immer genau nur der bestimmten Art anschmiegt. Die Art ist in dem Denken immer genau zu erkennen, und deshalb sind auch bei den Gedankenformen trotz der tausendfältigen Verschiedenheiten klar und scharf die Arten zu unterscheiden, denen sie angehören. […]
So trägt nun jeder Mensch auf Erden auch genau
den Namen, den er sich erwarb. Deshalb heißt er nicht nur so, wie der Name lautet, er wird nicht nur so genannt, sondern er ist so. Der Mensch ist das, was sein Name sagt!
Darin gibt es keine Zufälle. Auf irgendeine Art
kommt es zum vorgeschriebenen Zusammenhang; denn die Fäden bleiben für die Menschen unzerreißbar, bis sie abgelebt sind von den Menschengeistern, welche sie betreffen, die an ihnen hängen.

(Vortrag „Der Name“)

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Der Doktor lebt seit rund neunhundert Jahren in der Grobstofflichkeit, beginnt sich also zu einem gewissen Grad mit ihr zu identifizieren. Ihn fasziniert alles, was er auf seinen Reisen durch das Universum antrifft, und nach anfänglichen Schwierigkeiten (mit gelegentlichen Rückfällen) entwickelt er eine besondere Zuneigung für die Erdenmenschheit, deren Stärken und Schwächen er gut kennt. Seine große Liebe zu dem Nächsten faßt er in der schlichten Aussage „Alle denkenden Lebensformen sind uns verwandt“ zusammen. Waffengewalt ist ein Antithema für ihn; in jeder Auseinandersetzung bevorzugt er Verständnis, Gewitztheit und, wenn absolut nötig, nicht-tödliche Selbstverteidigung. Aus ihm spricht dabei das Geistige, „dessen höchstes Ziel aufbauendes und friedevolles Schaffen ist“ (Vortrag „Die urgeistigen Ebenen IV“). An einem Punkt vergleicht der Doktor das Töten mit einer Infektion. Er weiß dabei, wovon er spricht. Als er gezwungenermaßen an dem großen Krieg zwischen den Daleks und den Time Lords teilnimmt, der beide Zivilisationen vernichtet, also gegen alles handelt, was ihn ausmacht, frißt sich die „Infektion“ bei seiner überzeugten pazifistischen Einstellung tiefer und zunächst versteckter in sein Wesen hinein als es vielleicht anderweitig der Fall gewesen wäre. Gegen alle seine Überzeugung, gegen sein Gewissen gehandelt habend, auch wenn es notwendig war, ist er in seinem innersten Kern verwundet.
Er findet sich in der Rolle des einzigen Überlebenden wieder. Schlagartig wächst seine Verantwortung ins Riesenhafte. Allein kann er das Gewebe der Zeit nicht aufrechterhalten, er kann nicht als Einzelner die Aufgabe seiner gesamten Spezies bewältigen. Doch er tut, was ihm möglich ist. Er ist und bleibt ein Time Lord, und obwohl er unter seinesgleichen als Rebell galt, kennt und erfüllt er seine Pflicht.
Er begreift auch, was es heißt, einsam zu sein. Er ist nun wahrhaftig ein Fremdling in einer Welt, die ihn braucht, aber ihm seine Hilfe selten dankt, sofern sie sich dieser überhaupt bewußt wird. Und während einzelne Personen ihm Dankbarkeit und Freundschaft entgegenbringen, führt die Enthüllung seiner wahren Identität im allgemeinen zu Furcht, Verfolgung oder Ausnutzung seiner Fähigkeiten für selbstsüchtige Zwecke.

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Die Geschehnisse haben Spuren hinterlassen. Zum ersten Mal in seiner Existenz lernt der Doktor zu hassen, unerbittlich zu sein. Er trägt eine gefährliche Mischung aus Macht und Kummer, Schuldgefühlen, aber auch Wut auf die Urheber seines Schmerzes in sich. Die „Infektion“ hat sich in ihm ausgebreitet, läßt ihn seine Überzeugungen vergessen und beginnt, ihn als das, was er ist, zu zerstören. Es ist der Sturz eines hohen Geistes, hervorgebracht durch Schwächen in seiner Rüstung, in die sich das Dunkel sofort einhakt. Glücklicherweise stellt das Schicksal ihm Hilfen zur Seite. Auch lichte Geister benötigen dann und wann Unterstützung, und so sind es in besonders symbolträchtiger Weise drei Frauen, die als Heilerinnen für die verwundete Seele des Doktors fungieren und ihm helfen, die „Infektion“ zu bekämpfen und zu besiegen.

Die Dreiheit hat, schon allein angefangen mit der Dreieinigkeit Gottes, eine hohe Bedeutung im Schöpfungswirken, und die drei Frauen sind ebenfalls etwas, das sich nicht nur durch menschliche Überlieferungen, sondern durch viele Schöpfungsebenen zieht: Die „weibliche“ Ebene der Rosen-, Lilien- und Schwaneninsel; Johanna, Cella und Josepha; die drei Nornen, um nur einige zu nennen.

Die höchste Aufgabe im Sein der Weiblichkeit auf Erden ist dieselbe, wie sie in den höheren Regionen immer schon besteht: Veredelung ihrer Umgebung und stete Zufuhr aus dem Licht, die nur die Weiblichkeit in ihrer Zartheit der Empfindung vermitteln kann! Veredelung aber bringt unbedingten Aufstieg nach den lichten Höhen! Das ist Geistesgesetz! Deshalb bedingt allein das Sein der echten Weiblichkeit ganz unverrückbar auch den Aufstieg, die Veredelung und Reinhaltung der ganzen Schöpfung. […]
Veredelung ihrer Umgebung ist also die Hauptaufgabe einer Frau auch hier auf Erden in der Stofflichkeit! Sie ist, von oben kommend, sich mit ihrem Zartempfinden oben haltend, damit wiederum nach oben führend,
die Verankerung des Mannes mit dem Licht, der Halt, den dieser braucht in seinem Wirken in der Schöpfung.

(Vortrag „Die Aufgabe der Menschenweiblichkeit“)

In dieser kritischen Phase im Leben des Doktors tritt die weibliche Dreiheit auf in Form von Rose Tyler, Martha Jones und Donna Noble. Die Namen allein verraten viel über ihre Funktion: Rose, die den Doktor durch die Macht der Liebe zu heilen beginnt. Martha, bodenständige Tätigkeit (man denke an die biblische Martha), die Heilerin – angehende Ärztin –, die den Doktor unerwidert liebt, aber ihm eine treue Gefährtin ist und sich am Ende als unbeirrbare Kriegerin für das Gute erweist. Donna Noble, „die edle Frau“, die ihrem Namen entgegen jeder Erwartung alle Ehre macht. Zunächst mit einfachem Gemüt, sturer Entschlossenheit und unbekümmerter Art eine willkommene Reisegefährtin, die es dem Doktor erlaubt, endlich einmal wieder leichtherzig und unbeschwert die Welt zu genießen; ein frischer Atemzug. Donna stellt im Laufe der Zeit jedoch auch tiefergehende Qualitäten unter Beweis, vor allem Mitgefühl und eine universelle Mütterlichkeit. Es ist kein Zufall, daß gerade diese so unwahrscheinliche und geistig vermeintlich überhaupt nicht herausragende Heldin diejenige ist, die einen wichtigen Regenerationsprozeß in Bewegung setzt und diejenige, deren DNA als wohl einzige unter der Erdenmenschheit mit der eines Time Lords kombiniert wird – im übertragenen Sinne also eine Verbindung zwischen dem Höhergeistigen und der Erdenmenschheit schafft.

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Nicht vergessen werden soll auch, daß es eine weitere Frau, Sarah Jane, eine frühere Weggefährtin des Doktors, ist, die ihn mit einer aus ihrem eigenen Kummer und Verlust geborenen Weisheit davor bewahrt, einer Versuchung, die alle wunden Punkte in ihm berührt, nachzugeben.

Das große, alles umfassende Göttlich-Wesenhafte hat sich gespalten in zwei Teile, in einen aktiven Teil und einen passiven Teil oder in einen positiven und einen negativen Teil.
Der passive oder negative Teil ist der
feinere Teil, der empfindsamere, weichere Teil, der aktive oder positive Teil der gröbere, nicht so empfindsame Teil!
Der empfindsamere Teil, also der passive Teil, ist aber der
stärkere und alles überwiegende Teil, der in Wirklichkeit führend wirkt. Er ist in seiner Empfindsamkeit aufnahmefähiger und druckempfindlicher, und deshalb befähigt, sicherer in der Kraft des Heiligen Gotteswillens als dem höchsten Drucke zu stehen und zu handeln. Unter Druck ist hier die gesetzmäßige Beeindruckung der höheren Art auf die niederere Art gemeint, nicht etwa irgendein willkürlicher Gewaltakt, kein Druck einer gewalttätigen wandelbaren Herrschsucht. […]
So verkörpert in der Abstufung das Menschen
weib der Nachschöpfung das empfindsamere Wesenhafte als negativer, passiver Teil, und der Mann das gröbere Geistige als positiver, aktiver Teil; denn die einmal eingesetzte Spaltung wiederholt sich auch weiterhin in den bereits abgespaltenen Teilen immer wieder und weiter fortlaufend, so daß man sagen kann, die ganze Schöpfung besteht eigentlich nur aus Spaltungen! Der wirklich stärkere Teil, also tatsächlich herrschend, ist dabei aber immer der empfindsamere Teil, also unter den Menschen die Weiblichkeit! Sie hat es ihrer Art entsprechend viel leichter, dem Druck des Gotteswillens empfindend zu gehorchen. Damit hat und gibt sie auch die beste Verbindung mit der einzigen, wirklich lebendigen Kraft! […]
Weib, wenn Du nicht erwachst zu Deinem
eigentlichen Werte in der Schöpfung und dann darnach handelst, wird Dich die Rückwirkung der großen Schuld zerschmettern, ehe Du es ahnst! Und Du, Mann, sieh nun endlich in dem Weibe jene große Hilfe, die Du brauchst und nie entbehren kannst, wenn Du in den Gesetzen Gottes schwingen willst. Und ehre in dem Weibe das, wozu es Gott bestimmte! Die Art Deines Empfindens zu dem Weibe wird für Dich das Tor zum Licht. Vergiß das nie.
(Vortrag „Weib und Mann“)

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