Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Karma, Ringschlüsse, Wiedergeburt und Anziehung der Gleichart in „Planescape: Torment“

Die Firma Black Isle setzte in den 90er Jahren das Rollenspielsystem Dungeons & Dragons für einige Computerspiele um. Während die meisten davon in „klassischen“, mittelalterlich orientierten Fantasy-Welten angesiedelt waren, zeigten sich die Macher ambitionierter in der Umsetzung von Planescape, einem aus diversen Fantasy-, Science-Fiction-, Mythologie- und Horrorelementen zusammengesetzten Setting. Torment, das resultierende Computerspiel, stellt auch einen großen Bruch mit anderen seiner Art dar, indem es weit weniger auf Kämpfe, sondern in erheblichem Maße auf Dialogoptionen setzt, intellektuelle und weltanschauliche Fragen zum Zentrum seiner Handlung erhebt. Bis heute ist Planescape: Torment eine Legende unter den Spielen, geliebt von einem großen Fankreis – ein sogenanntes Kultspiel. Seine enorme Textfülle war zu seiner Zeit völlig unbekannt und dürfte bis heute kaum übertroffen sein, obwohl erzählbasierte Spiele inzwischen keine solche Rarität mehr sind wie damals.

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Die Hauptfigur des Geschehens, die der Spieler lenkt, ist der sogenannte Namenlose. Er erwacht zu Beginn der Handlung ohne jede Erinnerung in der städtischen Leichenhalle – nur um im Laufe der Suche nach seiner Identität zu erfahren, daß dies nicht das erste Mal war. Sein Fluch, so scheint es, ist, niemals sterben zu können. Nach jedem Tod erwacht er erneut zum Leben, ohne sich an seine Vorleben zu erinnern. In seiner verzweifelten Suche nach der Ursache dieses Geschehens hinterläßt er jedesmal Spuren für seine nachfolgenden Inkarnationen, die in ihrer Persönlichkeit oft stark voneinander abweichen. So versucht er auch dieses Mal, die Hintergründe des Fluches herauszufinden… und wird sich dabei der Tatsache bewußt, daß er den Kreis durchbrechen muß, denn seine Taten in Vergangenheit und Gegenwart betreffen nicht nur ihn selbst, sondern auch die Personen um ihn herum.

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Langsam entrollt sich vor dem Namenlosen das Bild seiner Vergangenheit, und es ist kein erfreuliches. In seiner Ambition, unsterblich zu werden, um den nach seinem Tode unausweichlich auf ihn wartenden Folgen seiner Arbeit für das Dunkel zu entgehen, wandte er sich an eine Hexe, die aus Leidenschaft für ihn einwilligte, ihm zu helfen. Doch ihr Zauber verunglückte, mit der Folge, daß zwar der Körper des Namenlosen gewissermaßen unsterblich wurde, doch nicht seine Erinnerung. So verstrickt er sich unwissentlich in jedem neuen Leben weiter in Fehler oder auch regelrechte Verbrechen, die er niemals beheben kann, weil ihm das Verständnis für die Zusammenhänge fehlt. Seine „Werke“ folgen ihm dabei nach, sei es in Form noch lebender früherer Weggefährten, in Form der Seelen Verstorbener, die durch seine Schuld umkamen, in Form von Schuld und Schmerz – die nie endende Qual, die dem Spiel seinen Titel gibt. Unschwer sind hier Reinkarnation und Karma zu erkennen.

Das kleinste aller Übel, was sie sich damit auf ihren Wanderungen auferlegen, sind mannigfache in der Wechselwirkung sich anschließende Erdinkarnierungen, welche Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende in Anspruch nehmen und die Aufstiegsmöglichkeit des Geistes immer wieder neu verzögern, neues Leid erstehen lassen, andauernd neue Ketten von unnötigen Verstrickungen ergeben, welche alle unerläßlich bis zum letzten, feinsten Stäubchen zur Auslösung kommen müssen, bevor der Geist sich heben kann aus dem durch Eigensinn geschaffenen Gewirr.
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Die Hüterin der Flamme“)

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Nach dem Gesetz der Anziehung gleicher Art steht der Namenlose zugleich auch im Zentrum des Phänomens, daß sich andere Weggefährten um ihn sammeln, die alle auf ihre Art eine versteckte Qual in sich tragen.

Zurück zu dem Gedanken, der die fremden Formen an sich zog und dadurch stark und immer stärker wurde. Er tritt zuletzt in festgeschlossenen Kraftwellen über Dich hinaus, durchbricht die Aura Deiner eigenen Person und übt auf weitere Umgebung einen Einfluß aus.
Das nennt die Menschheit Magnetismus der Person. Uneingeweihte sagen: „Du strahlst etwas aus!“ Je nach der Eigenart, Unangenehmes oder Angenehmes. Anziehend oder abstoßend. Es wird gefühlt!
Doch Du strahlst nichts aus! Der Vorgang zur Erzeugung des Gefühls in diesen anderen hat seinen Ursprung darin, daß Du alles geistig Gleichartige magnetisch an Dich ziehst. Und dieses Ziehen macht sich für die Nächsten fühlbar. Doch auch hierin liegt die Wechselwirkung. In der Verbindung fühlt der andere dann deutlich Deine Stärke, und die „Sympathie“ erwacht dadurch. […]
Hervorzuheben ist, daß nur das Gleichartige angezogen wird. Deshalb das Sprichwort: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“

(„Das Schweigen“)

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Das Spiel endet in vielsagender Weise mit einem Ringschluß: Der Namenlose kehrt nach seinem endgültigen Tod in die Graue Wüste zurück, in der vor Jahrhunderten der Kreislauf begann. Von hier aus muß er den langen Weg beginnen, seine Schuld zu begleichen.
Ein wesentlicher Punkt der Handlung ist somit das Bereuen all der Dinge, die der Namenlose über die Jahrhunderte seiner Existenz falsch gemacht oder gar verbrochen hat – und es sind so einige furchtbare Dinge darunter. Die Erkenntnis dessen und darüber, daß es sein ursprünglicher, egoistischer Wunsch nach Unsterblichkeit war, der all das Leid nach sich zog, ist denn auch der Beweggrund, warum er schließlich so entschieden nach einer Möglichkeit sucht, den Teufelskreis zu durchbrechen, solange er noch kann.

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Als sein Ziel erweist sich am Ende die rätselhafte „fortress of regret“ – die Festung des Bereuens also, ein Gebilde in einer gewissermaßen feinstofflichen Ebene. Unbewußt hat der Geist des Namenlosen hier im Laufe seiner Existenz eine Umgebung geformt, ein Spiegelbild seiner inneren Beschaffenheit.

Die lebendige Schöpfungskraft, die die Menschen durchflutet, rafft durch den geschlossenen Willen eines fertigen Gedankens Feinstoffliches zusammen und schließt es bindend zu einer Form, die dem Willen dieses Gedankens Ausdruck gibt. Also etwas Wirkliches, Lebendiges, das nun Gleichartiges in dieser Welt der Gedankenformen durch das Gesetz der Anziehungskraft der Gleichart anzieht oder sich von solchen anziehen läßt, je nach seiner eigenen Stärke.
(„Gedankenformen“)

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Neben Selbsterkenntnis und der Frage, was die Natur eines Menschen ändern kann, ist ein häufig auftauchendes Element der Handlung die Macht von Namen und Worten.

Die Worte, die Ihr formt, die Sätze, bilden Euer äußeres Geschick auf dieser Erde. Sie sind wie Saat in einen Garten, den Ihr um Euch baut; denn jedes Menschenwort gehört zu dem Lebendigsten, was Ihr in dieser Schöpfung für Euch wirken könnt!
Das gebe ich Euch heute warnend zu bedenken: es liegt auslösende Veranlagung in jedem Wort, weil alle Worte in den Schöpfungsurgesetzen fest verankert sind!
Ein jedes Wort, das der Mensch bildete, erstand unter dem Drucker höherer Gesetze, muß je nach seiner Anwendung sich formend auswirken in einer ganz bestimmten Art!
Die
Anwendung liegt in der Hand des Menschen nach seinem freien Wollen, die Auswirkung jedoch vermag er nicht zu meistern, sie wird dem Heiligen Gesetz entsprechend streng gerecht geführt von einer ihm bisher noch unbekannten Macht. […]
Ihr wißt, die ganze Schöpfung schwingt im Wort des Herrn! Gibt Euch das nicht zu denken? Die Schöpfung schwingt in Ihm wie auch Ihr selbst, die Ihr zur Schöpfung ja gehört; denn sie erstand aus Ihm und wird durch dieses Wort gehalten.
Es ist den Menschen klar gekündet worden: „Im Anfang war das Wort! Und das Wort war bei Gott! Und
Gott war das Wort!“
Darin ruhet für Euch alles Wissen, wenn Ihr es doch nur schöpfen würdet. Aber Ihr lest darüber hin und achtet dessen nicht. Es sagt Euch deutlich:
Das Wort kam
aus Gott! Es war und ist ein Teil aus Ihm.
Ein kleiner Abglanz von der Macht des
lebendigen Gotteswortes, das alles in sich trägt, alles umfaßt, was außerhalb Gottes ist, ein kleiner Abglanz davon liegt auch in dem Menschenworte!
Das Menschenwort vermag zwar seine Wirkung nur bis in die Ebenen der feinen Grobstofflichkeit zu versenden, aber das genügt, um Menschen- und auch Völkerschicksale in Rückwirkung zu formen
hier auf Erden!
(„Das Menschenwort“)

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1 Kommentar

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