Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Ringende Geister in einer gefallenen Welt – „Dominion“

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Sicher ist Dominion kein naheliegender Kandidat für diese Artikelreihe, bekam der Film, auf dem die Fernsehserie aufbaut, Legion (2009), doch gerade von religiöser Seite viel Beschuß. Doch näher betrachtet, enthält die Handlung abseits von allen Grundlagen, „die nicht stimmen“, sehr viele Weisheiten. Man muß nur einmal bereit sein, tiefer zu schürfen.

25 Jahre nach dem Verschwinden Gottes und Erzengel Gabriels Krieg gegen die Menschen haben sich die Überlebenden in vereinzelten Städten verbarrikadiert. In Vega, den Resten des früheren Las Vegas, hat sich eine starre Gesellschaftsordnung etabliert, die anfangs Sicherheit und Ordnung garantierte, doch inzwischen zu einem Unrechtssystem verkommen ist. Die Hoffnung des Volkes beruht auf dem von Erzengel Michael verheißenen Retter, doch gerade unter der Elite der Gesellschaft lacht man nur noch über diesen Glauben.
Michael selbst hält sich bedeckt. Obwohl er in Vega eine Position des Vertrauens und der Ehrfurcht genießt und sogar eine Elite-Militäreinheit unter seinem Befehl hat, ist er in den Augen vieler doch gleichermaßen potentiell verdächtig, da zum Feind gehörig. Niemand weiß, daß er neutral verbliebenen Engeln Unterschlupf in Vega gewährt hat, ganz zu schweigen von seiner verbotenen Liaison mit einer der Konsulinnen der Stadt. Sein größtes Geheimnis jedoch bleibt die Identität des Auserwählten, Alex Lannen, ein junger Soldat unter seinem Kommando. Auch Alex weiß nichts von seiner Bestimmung; sein Plan ist es vielmehr, Vegas unterdrückerischem Regime zu entfliehen. Doch dann häufen sich Sichtungen der von niederen Engeln besessenen Truppen Gabriels – und es scheint, als hätten sich ihm auch höhere Engel angeschlossen.

Spätestens hier hat jeder Monotheist abgeschaltet, richtig?

Was Dominion mit seiner alttestamentarischen, aber von den Schriften abweichenden Grundidee so bestechend macht, ist nicht „Werktreue“. Filme über Engel, den Himmel, selbst über Gott gibt es seit vielen Jahren, und wohl keiner ist der Realität annähernd nahegekommen. Es gibt geglücktere Versuche als andere (Der Wunderapostel, Ink oder die Serie Twice in a Lifetime fallen dabei ein), aber sie beruhen fast immer auf einem sehr irdisch-menschlichen Denken. Dominion ist dabei sicher nicht „blasphemischer“ als andere. Denn wenn man einmal die Äußerlichkeiten ignoriert und zum Kern der Geschichte vorstößt, findet man innig vertraute Dinge. Ich spreche dabei nicht von in dieser Artikelserie bereits behandelten Themen wie geistigen Helfern (in Dominion beispielsweise Noma) oder Besessenheit. Dominion ist in seiner Art eine bemerkenswert ehrliche Geschichte über den suchenden Menschen, den ringenden Menschen in einer scheinbar gottlosen Welt. Jeder der handelnden Charaktere sucht seinen Lebensinhalt, seine Bestimmung, sei es im Versuch, eine bessere, gerechtere Gesellschaft zu schaffen auf Seiten der rein irdisch denkenden, aber „guten“ Charaktere, sei es Machtgier als Selbstzweck oder als Mittel zum Vorteil des eigenen Teiles der Gesellschaft bei den „bösen“ oder grauen Charakteren. Selbst die Charaktere, die über das Irdische hinausstreben oder selbst dem Höheren angehören, bleiben von den Irrungen der Niederungen nicht verschont. Wenn Michael in einer Episode erläutert, daß die zur Erde hinabgestiegenen Engel einander nicht mehr erkennen können, wie es „oben“ noch möglich war, so steckt viel Wahrheit dahinter. Es ist Geistern aus den urgeistigen und göttlichen Ebenen möglich, im Grobstofflichen zu inkarnieren. Es ist Wesen aus beiden Ebenen möglich, in die Tiefe zu steigen, um Aufgaben zu erfüllen, wie Luzifer es einst tat, der aber in der Entfernung vom Licht eigenen Willen entwickelte und somit zum Geist wurde. Während Luzifer niemals inkarnierte, dürfte dies schwächeren zum Geist gewordenen Wesen durchaus möglich sein. Doch damit geraten sie wie Menschengeister auch in die Versuchungen der Stofflichkeit.

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Zwischen den Kreaturen Geist und Wesen ist an sich in der Schöpfung kein Wertunterschied. Ein Unterschied besteht nur in der verschiedenen Art und der dadurch gegebenen andersartigen Notwendigkeit ihres Wirkens! Der Geist, der ja auch zu dem großen Wesenhaften gehört, kann Wege seiner eigenen Wahl gehen und entsprechend in der Schöpfung wirken. Das Wesen aber steht unmittelbar im Drang des Gotteswillens, hat also keine eigene Entschlußmöglichkeit oder, wie es der Mensch ausdrückt, nicht seinen eigenen, freien Willen. […]
Die Erzengel im Göttlichen sind Wesen, da unter dem größten Druck der Gottesnähe gar kein anderes Wollen möglich wäre außer dem, was in dem Gotteswillen rein und unverbogen schwingt.
Erst in ungeheuerer Entfernung, die für Euch unfaßbar ist, ganz an der Grenze der göttlichen Sphäre […], kann sich zum ersten Male ein Ichbewußtsein lösen in den Ewigen oder, wie sie manchmal auch bezeichnet werden, den Alten, die gleichzeitig die göttlichen Hüter des Heiligen Grales sind. Nur die Entfernung aus der Gottesnähe gab die Möglichkeit dazu.
Und erst von da an abwärts führend, konnten sich in immer weiterer Entfernung von der Gottesnähe auch die kleineren Ichbewußtseine entwickeln, die aber leider damit auch den eigentlichen Halt verloren und zuletzt abstrebten von dem Schwingen des reinen Gotteswillens.
Nur durch die immer größer werdende Entfernung konnte auch einst Luzifer sich ändern und im Eigenwollen die Verbindung für sich abschneiden, wodurch er selbsttätig Abgründe riß, die mit der Zeit unüberbrückbar wurden, und er dabei verdunkelnd, schwerer werdend, immer tiefer sank. So wurde er in der Verdichtung und der Abkühlung zum Geist, der freies Wollen hatte und mit seinen großen Anlagen, die ihm der Ursprung gab, zuletzt als
stärkster Geist unter der Stofflichkeit stand. […]
Alle Wesen stehen in dem Dienste Gottes, wozu sich Geister erst freiwillig selbst bekennen müssen, wenn sie segenbringend in der Schöpfung wirken wollen.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das Wesenhafte“)

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Gabriel glaubt (nicht ganz zu Unrecht), nur die völlige Vernichtung der Menschheit könne das Gleichgewicht in der Schöpfung wiederherstellen, doch seinem Urteil fehlt die notwendige Gerechtigkeit. Uriel versucht Frieden zu schaffen, doch sie handelt dabei nach dem Motto, daß der Zweck die Mittel heilige. Michael mit seiner großen Liebe für die Menschheit beweist von allen vielleicht noch den größten Glauben, doch auch er sucht nur blindlings seinen Weg. Alex wiederum weiß, daß er eine Bestimmung hat, doch nicht, was diese ist und was er tun soll, um sie zu erfüllen.

Die Binde wird Auserlesenen immer erst vorsichtig nach und nach gelockert, um der notwendigen Entwicklung nicht vorzugreifen; denn alle Zwischenstufen müssen ernsthaft erlebt sein, um zuletzt eine Erfüllung möglich zu machen. Zu frühes Bewußtsein der eigentlichen Aufgabe würde in der Entwicklung Lücken lassen, die eine spätere Erfüllung erschweren.
In dauerndem Hinblick auf das Endziel kommt die Gefahr des zu schnellen Vorwärtsstürmens, wobei vieles übersehen oder nur leicht erlernt wird, was zur Ausfüllung der eigentlichen Bestimmung unbedingt ernsthaft erlebt sein muß. Ernsthaft erleben aber kann der Mensch immer nur das, was er jeweils als seine wirkliche Lebensaufgabe betrachtet.

(„Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes“)

Allen ist gemein, daß die Stofflichkeit ihnen die Augen verschlossen hat, also das Erkennen des rechten Weges. Sie alle sind Suchende, die immer wieder über die ihnen in den Weg tretenden Hürden stolpern oder auf den rutschigen Abhang der Versuchungen geraten. Und darin unterscheiden sich wie leider in der Realität auch urgeistige und göttliche Geister nicht von den Menschengeistern. Die traurige Wahrheit dabei ist, daß solche vielleicht nur für eine spezifische Aufgabe inkarnierten „höheren“ Geister sich auf diesem Wege ein Karma schaffen, das sie gegebenenfalls über mehrere Inkarnationen ablösen müssen, was wieder die Gefahr für weitere Bindungen schafft – also am Ende einen wesentlich längeren Aufenthalt in der Grobstofflichkeit erfordert als ursprünglich geplant.

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Es ging ein Säemann aus, zu säen: Dort, wo das Feinstofflichste der Schöpfung an das Wesenhafte reicht, ist die Fläche der Aussaat der menschlichen Geistkeime. Fünkchen gehen von dem Wesenhaften über die Grenze und versenken sich in den jungfräulichen Boden des feinstofflichsten Teiles der Schöpfung, wie bei den elektrischen Entladungen eines Gewitters. Es ist, als ob die schaffende Hand des Heiligen Geistes Samenkörner ausstreut in das Stoffliche.
Während sich die Saat entwickelt und langsam der Ernte zureift, gehen viele Körner verloren. Sie gehen nicht auf, das heißt, sie haben ihre höheren Fähigkeiten nicht entwickelt, sondern sind verfault oder verdorrt und müssen sich im Stofflichen verlieren. Die aber aufgegangen sind und über die Fläche emporstreben, werden bei der Ernte streng gesichtet, die tauben Ähren von den vollen Ähren geschieden. Nach der Ernte wird dann nochmals sorgfältig die Spreu von dem Weizen getrennt. […]
Wenn geistige Funken überspringen in den Boden des feinstofflichen Ausläufers der stofflichen Schöpfung, so schließt sich um diese Funken sofort eine gasige Hülle von der gleichen Stoffart dieser zartesten Region des Stofflichen. Damit ist der Geisteskeim des Menschen eingetreten in die Schöpfung, die wie alles Stoffliche der Veränderung und dem Zergehen unterworfen ist. Er ist noch karmafrei und wartet der Dinge, die da kommen sollen.
Bis in diese äußersten Ausläufer hinein reichen nun die Schwingungen der starken Erlebnisse, die inmitten der Schöpfung in all dem Werden und Vergehen ununterbrochen vor sich gehen.
Wenn es auch nur die zartesten Andeutungen sind, die diese Feinstofflichkeit wie ein Hauch durchziehen, so genügen sie doch, das empfindsame Wollen in dem Geisteskeime zu wecken und aufmerksam zu machen. Er verlangt, von dieser oder jener Schwingung zu „naschen“, ihr nachzugehen, oder, wenn man es anders ausdrücken will, sich von dieser mitziehen zu lassen, das einem Sichanziehenlassen gleichkommt.
Darin liegt die erste Entscheidung des vielseitig veranlagten Geisteskeimes, der nun je nach seiner Wahl hier oder dorthin gezogen wird. Dabei knüpfen sich auch schon die ersten zartesten Fäden zu dem Gewebe, das für ihn später sein Lebensteppich werden soll. […]
Durch seinen Wunsch vermag er wie ein Steuer den Kurs zu ändern in den Strömungen, sobald ihm die eine nicht mehr behagt. So vermag er hier und da zu „kosten“. […]
Jede Schwenkung, die er macht, bildet einen Knoten in den Fäden, die er hinter sich herzieht, die bei vielen Irrwegen, bei vielem Hin und Her in zahlreichen Maschen wie zu einem Netze werden können, in das er sich verstrickt, wodurch er entweder darin untergeht, weil es ihn festhält, oder aus dem er sich gewaltsam herausreißen muß. […]
Die Fäden werden mit dem Wachsen des Geistkeimes dichter und stärker, bilden das Karma […].

(„Der Mensch und sein freier Wille“)

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Allen Empörungen religiös orientierter Menschen zum Trotz ist Dominion also eine überraschend akkurate Darstellung unserer Probleme in den Niederungen – gleichgültig, welchen Ursprungs wir sind.

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1 Kommentar

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