Übersicht „Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht“

Eine Liste der bisher erschienenen Artikel in dieser Serie:

Die erlösende Macht der Liebe: Angel und Spike in Buffy the Vampire Slayer

Geistiger Aufstieg und irdisches Glück in Peter Ustinovs Inszenierung von Mozarts Zauberflöte

Bindungen und Ablösung in Megan Harts Deeper

Christliche Filme, Teil 1

Christliche Filme, Teil 2

Ein Fremdling, Reinkarnation und Weiblichkeit in Doctor Who

Treue und Pflicht in einem sich wandelnden Gesellschaftsbild: The Last Samurai

Das Schöpfungswirken in Der Wunderapostel

Karma, Ringschlüsse, Wiedergeburt und Anziehung der Gleichart in Planescape: Torment

Dämonische Beeinflussung und lichte Streiter in Terry Brooks‘ Word and Void-Trilogie

Ringende Geister in einer gefallenen Welt: Dominion

Women, War and Peace Project 2015/16

Ein mit Marta zusammenhängendes Projekt war Women, War and Peace, das von der sozial- und bürgerrechtsbasierten Theatergesellschaft Smashing Times geleitet wurde. Im September fand dazu ein Symposium statt, damit verbunden die Inszenierung The Woman is Present, in der auch Martas Geschichte dargestellt wurde. (Es sind interessante Lebensbilder dabei, wer sich einmal durch das Infomaterial lesen möchte.)
Zu meiner Überraschung gehört auch die Uni Hannover zu den Projektpartnern. In einer seltsam bescheidenen Geste schweigt sie sich jedoch in ihren Pressemitteilungen und Veröffentlichungen darüber aus – Arne Schrader aus dem Institut für Didaktik der Demokratie war bei der Plenarsitzung dabei, daher vermute ich, daß der hannoversche Beitrag von dort stammt. Daß bei der Personenforschung nicht nur die campusansässige Biographin Marta Hillers‘, sondern gleich die gesamte Biographie übersehen wurde, obwohl sie im Bestand der Fachbibliothek Sozialwissenschaften vorhanden ist, irritiert bis ärgert mich leicht, bestätigt aber leider auch meine langjährige Erfahrung in Sachen faule Forscher. Über Wikipedia geht kaum jemand hinaus, so eben auch hier nicht. (Obwohl gerne auf eines „meiner“ inzwischen im Netz verbreiteten Marta-Fotos zurückgegriffen wurde.)

Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Ringende Geister in einer gefallenen Welt – „Dominion“

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Sicher ist Dominion kein naheliegender Kandidat für diese Artikelreihe, bekam der Film, auf dem die Fernsehserie aufbaut, Legion (2009), doch gerade von religiöser Seite viel Beschuß. Doch näher betrachtet, enthält die Handlung abseits von allen Grundlagen, „die nicht stimmen“, sehr viele Weisheiten. Man muß nur einmal bereit sein, tiefer zu schürfen.

25 Jahre nach dem Verschwinden Gottes und Erzengel Gabriels Krieg gegen die Menschen haben sich die Überlebenden in vereinzelten Städten verbarrikadiert. In Vega, den Resten des früheren Las Vegas, hat sich eine starre Gesellschaftsordnung etabliert, die anfangs Sicherheit und Ordnung garantierte, doch inzwischen zu einem Unrechtssystem verkommen ist. Die Hoffnung des Volkes beruht auf dem von Erzengel Michael verheißenen Retter, doch gerade unter der Elite der Gesellschaft lacht man nur noch über diesen Glauben.
Michael selbst hält sich bedeckt. Obwohl er in Vega eine Position des Vertrauens und der Ehrfurcht genießt und sogar eine Elite-Militäreinheit unter seinem Befehl hat, ist er in den Augen vieler doch gleichermaßen potentiell verdächtig, da zum Feind gehörig. Niemand weiß, daß er neutral verbliebenen Engeln Unterschlupf in Vega gewährt hat, ganz zu schweigen von seiner verbotenen Liaison mit einer der Konsulinnen der Stadt. Sein größtes Geheimnis jedoch bleibt die Identität des Auserwählten, Alex Lannen, ein junger Soldat unter seinem Kommando. Auch Alex weiß nichts von seiner Bestimmung; sein Plan ist es vielmehr, Vegas unterdrückerischem Regime zu entfliehen. Doch dann häufen sich Sichtungen der von niederen Engeln besessenen Truppen Gabriels – und es scheint, als hätten sich ihm auch höhere Engel angeschlossen.

Spätestens hier hat jeder Monotheist abgeschaltet, richtig?

Was Dominion mit seiner alttestamentarischen, aber von den Schriften abweichenden Grundidee so bestechend macht, ist nicht „Werktreue“. Filme über Engel, den Himmel, selbst über Gott gibt es seit vielen Jahren, und wohl keiner ist der Realität annähernd nahegekommen. Es gibt geglücktere Versuche als andere (Der Wunderapostel, Ink oder die Serie Twice in a Lifetime fallen dabei ein), aber sie beruhen fast immer auf einem sehr irdisch-menschlichen Denken. Dominion ist dabei sicher nicht „blasphemischer“ als andere. Denn wenn man einmal die Äußerlichkeiten ignoriert und zum Kern der Geschichte vorstößt, findet man innig vertraute Dinge. Ich spreche dabei nicht von in dieser Artikelserie bereits behandelten Themen wie geistigen Helfern (in Dominion beispielsweise Noma) oder Besessenheit. Dominion ist in seiner Art eine bemerkenswert ehrliche Geschichte über den suchenden Menschen, den ringenden Menschen in einer scheinbar gottlosen Welt. Jeder der handelnden Charaktere sucht seinen Lebensinhalt, seine Bestimmung, sei es im Versuch, eine bessere, gerechtere Gesellschaft zu schaffen auf Seiten der rein irdisch denkenden, aber „guten“ Charaktere, sei es Machtgier als Selbstzweck oder als Mittel zum Vorteil des eigenen Teiles der Gesellschaft bei den „bösen“ oder grauen Charakteren. Selbst die Charaktere, die über das Irdische hinausstreben oder selbst dem Höheren angehören, bleiben von den Irrungen der Niederungen nicht verschont. Wenn Michael in einer Episode erläutert, daß die zur Erde hinabgestiegenen Engel einander nicht mehr erkennen können, wie es „oben“ noch möglich war, so steckt viel Wahrheit dahinter. Es ist Geistern aus den urgeistigen und göttlichen Ebenen möglich, im Grobstofflichen zu inkarnieren. Es ist Wesen aus beiden Ebenen möglich, in die Tiefe zu steigen, um Aufgaben zu erfüllen, wie Luzifer es einst tat, der aber in der Entfernung vom Licht eigenen Willen entwickelte und somit zum Geist wurde. Während Luzifer niemals inkarnierte, dürfte dies schwächeren zum Geist gewordenen Wesen durchaus möglich sein. Doch damit geraten sie wie Menschengeister auch in die Versuchungen der Stofflichkeit.

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Zwischen den Kreaturen Geist und Wesen ist an sich in der Schöpfung kein Wertunterschied. Ein Unterschied besteht nur in der verschiedenen Art und der dadurch gegebenen andersartigen Notwendigkeit ihres Wirkens! Der Geist, der ja auch zu dem großen Wesenhaften gehört, kann Wege seiner eigenen Wahl gehen und entsprechend in der Schöpfung wirken. Das Wesen aber steht unmittelbar im Drang des Gotteswillens, hat also keine eigene Entschlußmöglichkeit oder, wie es der Mensch ausdrückt, nicht seinen eigenen, freien Willen. […]
Die Erzengel im Göttlichen sind Wesen, da unter dem größten Druck der Gottesnähe gar kein anderes Wollen möglich wäre außer dem, was in dem Gotteswillen rein und unverbogen schwingt.
Erst in ungeheuerer Entfernung, die für Euch unfaßbar ist, ganz an der Grenze der göttlichen Sphäre […], kann sich zum ersten Male ein Ichbewußtsein lösen in den Ewigen oder, wie sie manchmal auch bezeichnet werden, den Alten, die gleichzeitig die göttlichen Hüter des Heiligen Grales sind. Nur die Entfernung aus der Gottesnähe gab die Möglichkeit dazu.
Und erst von da an abwärts führend, konnten sich in immer weiterer Entfernung von der Gottesnähe auch die kleineren Ichbewußtseine entwickeln, die aber leider damit auch den eigentlichen Halt verloren und zuletzt abstrebten von dem Schwingen des reinen Gotteswillens.
Nur durch die immer größer werdende Entfernung konnte auch einst Luzifer sich ändern und im Eigenwollen die Verbindung für sich abschneiden, wodurch er selbsttätig Abgründe riß, die mit der Zeit unüberbrückbar wurden, und er dabei verdunkelnd, schwerer werdend, immer tiefer sank. So wurde er in der Verdichtung und der Abkühlung zum Geist, der freies Wollen hatte und mit seinen großen Anlagen, die ihm der Ursprung gab, zuletzt als
stärkster Geist unter der Stofflichkeit stand. […]
Alle Wesen stehen in dem Dienste Gottes, wozu sich Geister erst freiwillig selbst bekennen müssen, wenn sie segenbringend in der Schöpfung wirken wollen.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Das Wesenhafte“)

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Gabriel glaubt (nicht ganz zu Unrecht), nur die völlige Vernichtung der Menschheit könne das Gleichgewicht in der Schöpfung wiederherstellen, doch seinem Urteil fehlt die notwendige Gerechtigkeit. Uriel versucht Frieden zu schaffen, doch sie handelt dabei nach dem Motto, daß der Zweck die Mittel heilige. Michael mit seiner großen Liebe für die Menschheit beweist von allen vielleicht noch den größten Glauben, doch auch er sucht nur blindlings seinen Weg. Alex wiederum weiß, daß er eine Bestimmung hat, doch nicht, was diese ist und was er tun soll, um sie zu erfüllen.

Die Binde wird Auserlesenen immer erst vorsichtig nach und nach gelockert, um der notwendigen Entwicklung nicht vorzugreifen; denn alle Zwischenstufen müssen ernsthaft erlebt sein, um zuletzt eine Erfüllung möglich zu machen. Zu frühes Bewußtsein der eigentlichen Aufgabe würde in der Entwicklung Lücken lassen, die eine spätere Erfüllung erschweren.
In dauerndem Hinblick auf das Endziel kommt die Gefahr des zu schnellen Vorwärtsstürmens, wobei vieles übersehen oder nur leicht erlernt wird, was zur Ausfüllung der eigentlichen Bestimmung unbedingt ernsthaft erlebt sein muß. Ernsthaft erleben aber kann der Mensch immer nur das, was er jeweils als seine wirkliche Lebensaufgabe betrachtet.

(„Die unbefleckte Empfängnis und Geburt des Gottessohnes“)

Allen ist gemein, daß die Stofflichkeit ihnen die Augen verschlossen hat, also das Erkennen des rechten Weges. Sie alle sind Suchende, die immer wieder über die ihnen in den Weg tretenden Hürden stolpern oder auf den rutschigen Abhang der Versuchungen geraten. Und darin unterscheiden sich wie leider in der Realität auch urgeistige und göttliche Geister nicht von den Menschengeistern. Die traurige Wahrheit dabei ist, daß solche vielleicht nur für eine spezifische Aufgabe inkarnierten „höheren“ Geister sich auf diesem Wege ein Karma schaffen, das sie gegebenenfalls über mehrere Inkarnationen ablösen müssen, was wieder die Gefahr für weitere Bindungen schafft – also am Ende einen wesentlich längeren Aufenthalt in der Grobstofflichkeit erfordert als ursprünglich geplant.

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Es ging ein Säemann aus, zu säen: Dort, wo das Feinstofflichste der Schöpfung an das Wesenhafte reicht, ist die Fläche der Aussaat der menschlichen Geistkeime. Fünkchen gehen von dem Wesenhaften über die Grenze und versenken sich in den jungfräulichen Boden des feinstofflichsten Teiles der Schöpfung, wie bei den elektrischen Entladungen eines Gewitters. Es ist, als ob die schaffende Hand des Heiligen Geistes Samenkörner ausstreut in das Stoffliche.
Während sich die Saat entwickelt und langsam der Ernte zureift, gehen viele Körner verloren. Sie gehen nicht auf, das heißt, sie haben ihre höheren Fähigkeiten nicht entwickelt, sondern sind verfault oder verdorrt und müssen sich im Stofflichen verlieren. Die aber aufgegangen sind und über die Fläche emporstreben, werden bei der Ernte streng gesichtet, die tauben Ähren von den vollen Ähren geschieden. Nach der Ernte wird dann nochmals sorgfältig die Spreu von dem Weizen getrennt. […]
Wenn geistige Funken überspringen in den Boden des feinstofflichen Ausläufers der stofflichen Schöpfung, so schließt sich um diese Funken sofort eine gasige Hülle von der gleichen Stoffart dieser zartesten Region des Stofflichen. Damit ist der Geisteskeim des Menschen eingetreten in die Schöpfung, die wie alles Stoffliche der Veränderung und dem Zergehen unterworfen ist. Er ist noch karmafrei und wartet der Dinge, die da kommen sollen.
Bis in diese äußersten Ausläufer hinein reichen nun die Schwingungen der starken Erlebnisse, die inmitten der Schöpfung in all dem Werden und Vergehen ununterbrochen vor sich gehen.
Wenn es auch nur die zartesten Andeutungen sind, die diese Feinstofflichkeit wie ein Hauch durchziehen, so genügen sie doch, das empfindsame Wollen in dem Geisteskeime zu wecken und aufmerksam zu machen. Er verlangt, von dieser oder jener Schwingung zu „naschen“, ihr nachzugehen, oder, wenn man es anders ausdrücken will, sich von dieser mitziehen zu lassen, das einem Sichanziehenlassen gleichkommt.
Darin liegt die erste Entscheidung des vielseitig veranlagten Geisteskeimes, der nun je nach seiner Wahl hier oder dorthin gezogen wird. Dabei knüpfen sich auch schon die ersten zartesten Fäden zu dem Gewebe, das für ihn später sein Lebensteppich werden soll. […]
Durch seinen Wunsch vermag er wie ein Steuer den Kurs zu ändern in den Strömungen, sobald ihm die eine nicht mehr behagt. So vermag er hier und da zu „kosten“. […]
Jede Schwenkung, die er macht, bildet einen Knoten in den Fäden, die er hinter sich herzieht, die bei vielen Irrwegen, bei vielem Hin und Her in zahlreichen Maschen wie zu einem Netze werden können, in das er sich verstrickt, wodurch er entweder darin untergeht, weil es ihn festhält, oder aus dem er sich gewaltsam herausreißen muß. […]
Die Fäden werden mit dem Wachsen des Geistkeimes dichter und stärker, bilden das Karma […].

(„Der Mensch und sein freier Wille“)

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Allen Empörungen religiös orientierter Menschen zum Trotz ist Dominion also eine überraschend akkurate Darstellung unserer Probleme in den Niederungen – gleichgültig, welchen Ursprungs wir sind.

Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Dämonische Beeinflussung und lichte Streiter in Terry Brooks‘ Word-and-Void-Trilogie

Autor Terry Brooks, der sich über lange Jahre hauptsächlich einen Namen als Verfasser seiner Shannara-Romane gemacht hatte, stieg 1997 in ein für ihn neues Genre ein: Kontemporäre Fantasy. Seine namenlose Trilogie, die von den Lesern The Word and the Void oder Demon Trilogy benannt wurde, ist in den USA der Gegenwart angesiedelt und bevölkert die für Menschen sichtbare Welt mit allerlei Kreaturen „zwischen Himmel und Erde“, die nur Ausgewählte wahrnehmen können. In den drei Romanen Running with the Demon, A Knight of the Word und Angel Fire East wird die Geschichte zweier solcher Ausgewählter erzählt, Nest Freemark, die in den Jahren der Handlung von einem jungen Mädchen mit besonderen Fähigkeiten zu einer Frauengestalt heranreift, wie sie sehr untypisch für Fantasy-Romane ist, und John Ross, ein Ritter der Lichts, der als bescheidener Wanderer seine Wege geht.
Während diverse Elemente der Romane natürlich reine Fantasy sind, finden sich doch bemerkenswerte Übereinstimmungen mit der Lehre der Gralsbotschaft.

Running with the Demon ist deutlich erkennbar auch eine Hommage des Autors an seine glückliche Kindheit in einer Kleinstadt der USA. Er schildert die Orte und Personen der Handlung mit einem liebevollen Realismus, der auch von Kritikern hochgelobt wurde. (Charakterzeichnung war von jeher die Stärke seiner Romane.) Hopewell ist eine verschlafene Kleinstadt, in der die Uhren langsamer gehen. Doch die Idylle trügt: Ein lang andauernder Streik ist zu einer aussichtslosen Verhärtung der Fronten angewachsen und lähmt das allgemeine Leben. Besonnene Köpfe unter den Arbeitern und Gewerkschaftlern mahnen zur Ruhe, haben jedoch keine Ideen, wie aus der Sackgasse herauszukommen ist, während hitzigere Elemente der Ansicht sind, nur eine gewalttätige Aktion könne die Industriebosse wieder an den Verhandlungstisch zwingen.
In diese Situation geraten zwei Fremde: John Ross, dem man seine Berufung als Streiter der Lichts schwerlich ansieht, und die Kreatur, die er jagt, ein Dämon, der sich die potentiell explosive Lage zunutze macht, um seine eigenen Pläne voranzutreiben. In Brooks‘ Geschichte folgt das Konzept von Dämonen nicht der klassischen, christlich verwurzelten Mythologie, die Dämonen als gefallene Engel darstellt (wie es beispielsweise Tolkien in seinen ebenfalls unter dem Blickwinkel der Gralslehre höchst aufschlußreichen Büchern tut), sondern hier sind es frühere Menschen mit mehr oder weniger menschlichen Körpern, die sich dem Dunkel verschrieben haben. Ihre Beweggründe für ihre Taten sind entsprechend sehr unterschiedlich, doch haben sie stets den Sturz starker Geister zum Ziel, während die verachteten schwächeren Geister bedenkenlos für dieses Ziel geopfert werden.
Ein weiterer solch starker Geist ist die vierzehnjährige Nest Freemark. Sie ist, was man landläufig hellsichtig nennt; sie kümmert sich zusammen mit ihrem Freund, einer Art Baumelf, um das Wohlergehen des nahen Stadtparks, und sie sieht die „Feeders“ genannten Wesen, die von den Emotionen der Menschen zehren und diese durch ihre Anwesenheit gleichzeitig verstärken – im Weltbild der Gralsbotschaft also entweder Gedanken- oder aber Empfindungsformen, also Dämonen.

Die lebendige Schöpfungskraft, die die Menschen durchflutet, rafft durch den geschlossenen Willen eines fertigen Gedankens Feinstoffliches zusammen und schließt es bindend zu einer Form, die dem Willen dieses Gedankens Ausdruck gibt. Also etwas Wirkliches, Lebendiges, das nun Gleichartiges in dieser Welt der Gedankenformen durch das Gesetz der Anziehungskraft der Gleichart anzieht oder sich von solchen anziehen läßt, je nach seiner eigenen Stärke.
Wie ein Gedanke bei seinem Entstehen gleichzeitig
mitempfunden wird, schwächer oder stärker, so wird auch sein feinstoffliches Gebilde entsprechendes Leben in sich tragen. Dicht bevölkert ist diese Gedankenwelt.
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Gedankenformen“)

Die so erstarkte Empfindung eines Menschen zeugt nun in weiterer Abstufung unmittelbar selbsttätig ein Gebilde, das die Art der Empfindungen ganz genau verkörpert! […] Das Gebilde steht im Anfang in, dann neben seinem Erzeuger, mit diesem durch einen Ernährungsstrang verbunden. Gleichzeitig aber nimmt es selbsttätig sofort unter der Wirkung des Gesetzes der Anziehung der Gleichart Fühlung mit dem Sammelorte gleicher Arten von Gebilden und erhält von dort starken Zustrom, der mit dem jungen Gebilde nunmehr die feinstoffliche Umgebung des betreffenden Menschen gibt.
Unterdessen steigt die Empfindung höher bis zu dem Gehirn und erregt hier gleichartige
Gedanken, die sich das Ziel scharf prägen. So werden die Gedanken zu Kanälen oder Straßen, auf denen die Gebilde einem ganz bestimmten Ziele zutreiben, um dort zu schaden, wenn sie Boden dazu finden.
Hat aber der Mensch, der als Ziel davon betroffen werden soll, in sich nur reinen Boden, also reines Wollen, so bietet er für diese Gebilde keine Angriffsfläche, keinen Verankerungsgrund. Aber damit werden sie nicht etwa wieder unschädlich, sondern irren einzeln weiter oder vereinen sich mit den Gleicharten in deren Sammelstellen, die man „Ebenen“ nennen kann, da sie ja dem Gesetze ihrer geistigen Schwere unterworfen sind und deshalb
bestimmte Ebenen bilden müssen, die immer nur gleiche Arten zulassen und festhalten können.
Damit bleiben sie aber allen den Menschengeistern unbedingt gefährlich, die nicht genügend Reinheit starken Wollens zu dem Guten in sich tragen, und bringen schließlich auch ihren Erzeugern zuletzt das Verderben, da sie stets mit diesen in Verbindung bleiben und durch den Ernährungsstrang dauernd neue […] Energien auf sie zurückfließen lassen, die die Gebilde selbst aus der Ansammlung der Zentralen erhalten. […]
Die Erzeugnisse des Empfindungswollens menschlichen Geistes, die vorerwähnten Gebilde, hören aber nach der Loslösung von ihrem Erzeuger nicht auf zu sein, sondern bestehen
selbständig weiter, solange sie Nahrung von den ihrer Art gleichgesinnten Menschengeistern erhalten! Es braucht nicht ihr Erzeuger selbst zu sein. Sie suchen Gelegenheit, sich diesem oder jenem dazu bereiten Menschen oder auch nur in der Abwehr schwachen Menschen anzuhängen. Sie sind in üblem Sinne die Dämonen, entstanden aus Neid, Haß und allem Ähnlichen. […]
Diese Gebilde des menschlichen Empfindungswollens haben
in sich Kraft, weil sie aus geistigem Wollen in der Verbindung mit der „neutralen Hauptkraft“ erstehen […].
(„Im Reiche der Dämonen und Phantome“)

Nest weiß noch nicht, daß die beunruhigende wachsende Anzahl der Feeder mit der Anwesenheit sowohl John Ross‘ als auch des Dämons in Hopewell zusammenhängt, die durch ihre jeweilige Art anziehend auf diese Wesen wirken – Ross als Ritter des Lichts, um den herum sich zwangsläufig das Dunkel ballt; der Dämon, der durch geschickte Einflüsterungen die latenten Gewaltbereitschaft mancher Menschen anheizt.

Ein Mensch kann überhaupt nicht von einem Dämon „besessen“ sein! Das geht schon aus ganz natürlichen Gründen nicht; denn der Kern des Menschen ist Geist, ein Dämon aber Wesen, einst harmlos, doch durch Menschengeistwollen zum Dämon großgezogen. Und da Geist höher ist als Wesen in seiner Beschaffenheit, so vermag Wesen den Geist nicht zu verdrängen, auch nicht zeitweise, was bei Besessensein notwendig ist. Der Mensch kann aber dämonisch beeinflußt sein! Das ist ein großer Unterschied; denn zur Beeinflussung gehört ein gewolltes inneres Entgegenkommen des betreffenden Menschen, sei es nun hervorgerufen durch sein Handeln, also einen von außen nach innen wirkenden Vorgang, oder durch sein eigenes Wollen, irgendeinen Hang, den er sich angeeignet, also zur Eigenschaft gemacht hat. In diesem Falle öffnet er sich zuerst innerlich diesem üblen Einflusse und wirkt dann beeinflußt nach außen.
Dämonisch beeinflußt sein kann also nicht ohne eigenes Wollen geschehen. Aus
diesem Grunde wird auch eine Heilung oder Hilfe sehr erschwert. Der Zustand ist auch viel gefährlicher für den Menschen selbst und für seine Umgebung, da er berechnender, heimtückischer, vollkommen bewußt handelnd wirkt.
(Abd-ru-shin: Fragenbeantwortungen)

Das einige Jahre später eingesiedelte A Knight of the Word schildert dann anschaulich, wie der Sturz eines hohen Geistes zustandekommt, durch kleine Schritte, Zweifel, inneres, selbst kaum erkanntes Entgegenkommen, in das sich das Dunkel mit seinen Einflüsterungen sofort einhakt.

Angel Fire East ist ein stimmungsvoller Abschluß der Trilogie, dessen Stärke in seinen ruhigen Tönen liegt. Nest ist inzwischen zu einer verantwortungsvollen Frau herangewachsen, eine sowohl mütterliche als auch beschützende Präsenz für die verschiedenen Personen, die sich in ihrem Haus einfinden. Anders als so ziemlich alle übrigen Fantasy-Heldinnen ist sie keine Kriegerin; dies bleibt dem modernen Ritter John Ross überlassen. Dennoch besteht zu keinem Zeitpunkt Zweifel an Nests Stärke, im Gegenteil, gerade durch ihre ruhige, innerlich starke Natur präsentiert sie sich dem Dunkel als beachtliche Gegnerin. Sie ist eine weibliche Streiterin im besten Sinne.

Der Mann steht in der Schöpfung mit der Front nach außen, um zu kämpfen, das Weib jedoch hält, ihm den Rücken deckend, die Verbindung mit dem Licht und bildet so den Kern, die Kraftzufuhr und Stärkung.
(Vortrag „Die Aufgabe der Menschenweiblichkeit“)

Angel Fire East bedient sich übrigens stark christlicher Symbolik, mit seinen Themen von Weihnachten, jungfräulicher Empfängnis und einem kommenden Messias, während die gesamte Trilogie auch starke Elemente der Artus-Legende aufweist.

Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: Karma, Ringschlüsse, Wiedergeburt und Anziehung der Gleichart in „Planescape: Torment“

Die Firma Black Isle setzte in den 90er Jahren das Rollenspielsystem Dungeons & Dragons für einige Computerspiele um. Während die meisten davon in „klassischen“, mittelalterlich orientierten Fantasy-Welten angesiedelt waren, zeigten sich die Macher ambitionierter in der Umsetzung von Planescape, einem aus diversen Fantasy-, Science-Fiction-, Mythologie- und Horrorelementen zusammengesetzten Setting. Torment, das resultierende Computerspiel, stellt auch einen großen Bruch mit anderen seiner Art dar, indem es weit weniger auf Kämpfe, sondern in erheblichem Maße auf Dialogoptionen setzt, intellektuelle und weltanschauliche Fragen zum Zentrum seiner Handlung erhebt. Bis heute ist Planescape: Torment eine Legende unter den Spielen, geliebt von einem großen Fankreis – ein sogenanntes Kultspiel. Seine enorme Textfülle war zu seiner Zeit völlig unbekannt und dürfte bis heute kaum übertroffen sein, obwohl erzählbasierte Spiele inzwischen keine solche Rarität mehr sind wie damals.

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Die Hauptfigur des Geschehens, die der Spieler lenkt, ist der sogenannte Namenlose. Er erwacht zu Beginn der Handlung ohne jede Erinnerung in der städtischen Leichenhalle – nur um im Laufe der Suche nach seiner Identität zu erfahren, daß dies nicht das erste Mal war. Sein Fluch, so scheint es, ist, niemals sterben zu können. Nach jedem Tod erwacht er erneut zum Leben, ohne sich an seine Vorleben zu erinnern. In seiner verzweifelten Suche nach der Ursache dieses Geschehens hinterläßt er jedesmal Spuren für seine nachfolgenden Inkarnationen, die in ihrer Persönlichkeit oft stark voneinander abweichen. So versucht er auch dieses Mal, die Hintergründe des Fluches herauszufinden… und wird sich dabei der Tatsache bewußt, daß er den Kreis durchbrechen muß, denn seine Taten in Vergangenheit und Gegenwart betreffen nicht nur ihn selbst, sondern auch die Personen um ihn herum.

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Langsam entrollt sich vor dem Namenlosen das Bild seiner Vergangenheit, und es ist kein erfreuliches. In seiner Ambition, unsterblich zu werden, um den nach seinem Tode unausweichlich auf ihn wartenden Folgen seiner Arbeit für das Dunkel zu entgehen, wandte er sich an eine Hexe, die aus Leidenschaft für ihn einwilligte, ihm zu helfen. Doch ihr Zauber verunglückte, mit der Folge, daß zwar der Körper des Namenlosen gewissermaßen unsterblich wurde, doch nicht seine Erinnerung. So verstrickt er sich unwissentlich in jedem neuen Leben weiter in Fehler oder auch regelrechte Verbrechen, die er niemals beheben kann, weil ihm das Verständnis für die Zusammenhänge fehlt. Seine „Werke“ folgen ihm dabei nach, sei es in Form noch lebender früherer Weggefährten, in Form der Seelen Verstorbener, die durch seine Schuld umkamen, in Form von Schuld und Schmerz – die nie endende Qual, die dem Spiel seinen Titel gibt. Unschwer sind hier Reinkarnation und Karma zu erkennen.

Das kleinste aller Übel, was sie sich damit auf ihren Wanderungen auferlegen, sind mannigfache in der Wechselwirkung sich anschließende Erdinkarnierungen, welche Jahrhunderte, vielleicht Jahrtausende in Anspruch nehmen und die Aufstiegsmöglichkeit des Geistes immer wieder neu verzögern, neues Leid erstehen lassen, andauernd neue Ketten von unnötigen Verstrickungen ergeben, welche alle unerläßlich bis zum letzten, feinsten Stäubchen zur Auslösung kommen müssen, bevor der Geist sich heben kann aus dem durch Eigensinn geschaffenen Gewirr.
(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Die Hüterin der Flamme“)

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Nach dem Gesetz der Anziehung gleicher Art steht der Namenlose zugleich auch im Zentrum des Phänomens, daß sich andere Weggefährten um ihn sammeln, die alle auf ihre Art eine versteckte Qual in sich tragen.

Zurück zu dem Gedanken, der die fremden Formen an sich zog und dadurch stark und immer stärker wurde. Er tritt zuletzt in festgeschlossenen Kraftwellen über Dich hinaus, durchbricht die Aura Deiner eigenen Person und übt auf weitere Umgebung einen Einfluß aus.
Das nennt die Menschheit Magnetismus der Person. Uneingeweihte sagen: „Du strahlst etwas aus!“ Je nach der Eigenart, Unangenehmes oder Angenehmes. Anziehend oder abstoßend. Es wird gefühlt!
Doch Du strahlst nichts aus! Der Vorgang zur Erzeugung des Gefühls in diesen anderen hat seinen Ursprung darin, daß Du alles geistig Gleichartige magnetisch an Dich ziehst. Und dieses Ziehen macht sich für die Nächsten fühlbar. Doch auch hierin liegt die Wechselwirkung. In der Verbindung fühlt der andere dann deutlich Deine Stärke, und die „Sympathie“ erwacht dadurch. […]
Hervorzuheben ist, daß nur das Gleichartige angezogen wird. Deshalb das Sprichwort: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“

(„Das Schweigen“)

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Das Spiel endet in vielsagender Weise mit einem Ringschluß: Der Namenlose kehrt nach seinem endgültigen Tod in die Graue Wüste zurück, in der vor Jahrhunderten der Kreislauf begann. Von hier aus muß er den langen Weg beginnen, seine Schuld zu begleichen.
Ein wesentlicher Punkt der Handlung ist somit das Bereuen all der Dinge, die der Namenlose über die Jahrhunderte seiner Existenz falsch gemacht oder gar verbrochen hat – und es sind so einige furchtbare Dinge darunter. Die Erkenntnis dessen und darüber, daß es sein ursprünglicher, egoistischer Wunsch nach Unsterblichkeit war, der all das Leid nach sich zog, ist denn auch der Beweggrund, warum er schließlich so entschieden nach einer Möglichkeit sucht, den Teufelskreis zu durchbrechen, solange er noch kann.

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Als sein Ziel erweist sich am Ende die rätselhafte „fortress of regret“ – die Festung des Bereuens also, ein Gebilde in einer gewissermaßen feinstofflichen Ebene. Unbewußt hat der Geist des Namenlosen hier im Laufe seiner Existenz eine Umgebung geformt, ein Spiegelbild seiner inneren Beschaffenheit.

Die lebendige Schöpfungskraft, die die Menschen durchflutet, rafft durch den geschlossenen Willen eines fertigen Gedankens Feinstoffliches zusammen und schließt es bindend zu einer Form, die dem Willen dieses Gedankens Ausdruck gibt. Also etwas Wirkliches, Lebendiges, das nun Gleichartiges in dieser Welt der Gedankenformen durch das Gesetz der Anziehungskraft der Gleichart anzieht oder sich von solchen anziehen läßt, je nach seiner eigenen Stärke.
(„Gedankenformen“)

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Neben Selbsterkenntnis und der Frage, was die Natur eines Menschen ändern kann, ist ein häufig auftauchendes Element der Handlung die Macht von Namen und Worten.

Die Worte, die Ihr formt, die Sätze, bilden Euer äußeres Geschick auf dieser Erde. Sie sind wie Saat in einen Garten, den Ihr um Euch baut; denn jedes Menschenwort gehört zu dem Lebendigsten, was Ihr in dieser Schöpfung für Euch wirken könnt!
Das gebe ich Euch heute warnend zu bedenken: es liegt auslösende Veranlagung in jedem Wort, weil alle Worte in den Schöpfungsurgesetzen fest verankert sind!
Ein jedes Wort, das der Mensch bildete, erstand unter dem Drucker höherer Gesetze, muß je nach seiner Anwendung sich formend auswirken in einer ganz bestimmten Art!
Die
Anwendung liegt in der Hand des Menschen nach seinem freien Wollen, die Auswirkung jedoch vermag er nicht zu meistern, sie wird dem Heiligen Gesetz entsprechend streng gerecht geführt von einer ihm bisher noch unbekannten Macht. […]
Ihr wißt, die ganze Schöpfung schwingt im Wort des Herrn! Gibt Euch das nicht zu denken? Die Schöpfung schwingt in Ihm wie auch Ihr selbst, die Ihr zur Schöpfung ja gehört; denn sie erstand aus Ihm und wird durch dieses Wort gehalten.
Es ist den Menschen klar gekündet worden: „Im Anfang war das Wort! Und das Wort war bei Gott! Und
Gott war das Wort!“
Darin ruhet für Euch alles Wissen, wenn Ihr es doch nur schöpfen würdet. Aber Ihr lest darüber hin und achtet dessen nicht. Es sagt Euch deutlich:
Das Wort kam
aus Gott! Es war und ist ein Teil aus Ihm.
Ein kleiner Abglanz von der Macht des
lebendigen Gotteswortes, das alles in sich trägt, alles umfaßt, was außerhalb Gottes ist, ein kleiner Abglanz davon liegt auch in dem Menschenworte!
Das Menschenwort vermag zwar seine Wirkung nur bis in die Ebenen der feinen Grobstofflichkeit zu versenden, aber das genügt, um Menschen- und auch Völkerschicksale in Rückwirkung zu formen
hier auf Erden!
(„Das Menschenwort“)