Eine Liebeserklärung an Heimatmuseen / A declaration of love to local museums

Heimatmuseen werden gern belächelt, gelten als altmodisch oder uninteressant. Mit Landes- oder Kunstmuseen können sie weder an Größe noch an Ausstellungsfläche konkurrieren. Andererseits müssen sie das auch nicht. Sie füllen die Lücken, die ihre großen Kollegen lassen, nämlich das kleine, tägliche Leben und die Menschen, die es führten – also die Basis, auf der die „großen Dinge“ überhaupt erst entstehen. Ich habe Heimatmuseen sehr zu schätzen gelernt, im Zuge meiner Ahnenforschung wie auch meiner Buchrecherchen. Gerade auf dieser Ebene sind sie unverzichtbare Quellen, denn sie kennen und dokumentieren die Örtlichkeiten und Gebräuche einer Region. Sie sind auch erheblich persönlicher: Man kommt fast zwangsläufig ins Gespräch mit den Menschen, die sie betreuen.

Einige der Heimatmuseen, die ich besucht und genossen habe:

Museum Edenkoben: Für meine Ahnenforschung eine Goldgrube. Ich war unter der Woche da und vermutlich die einzige Besucherin des Tages, was einen langen Austausch mit dem Leitenden ermöglichte.
Museum Uslar: Das Museum meiner Heimatstadt, hat oft Themenausstellungen.
West Highland Museum: In Fort William, wo ich die Wahrheit über das Glenfinnan-Monument erfuhr…
Iona Heritage Centre: Besteht aus genau einem Raum (plus Kasse/Shop), aber vollgestopft mit Infos über das Leben auf der Insel.
Rischbach-Stollen: St. Ingbert. Kein Museum in dem Sinne, sondern ein Museumsbergwerk.
Stadt- und Festungsmuseum Germersheim: Bemerkenswert groß und mir besonders wegen zweier sehr engagierter und enthusiastischer Mitarbeiter in guter Erinnerung geblieben.


Local museums are often smiled at, they are considered quaint or uninteresting. They can’t compete with state or art museums, neither in terms of square footage nor exhibits. On the other hand, they don’t have to. They fill in the gaps left by their big colleagues, the small, everyday life and the people who led it – the basis on which “big things” are created. I have come to appreciate local museums very much, in the course of both my genealogical and book research. Especially on that level they are an indispensible source, because they know and document the locales and customs of a region. They are also much more intimate: Almost invariably one finds oneself in conversation with the people who run them.

Some of the local museums I’ve visited and enjoyed:

Museum Edenkoben: A goldmine for my genealogical research. I visited during the week and was probably the only visitor that day which allowed for a long conversation with the manager.
Museum Uslar: The local museum of my home town, often features thematic exhibitions.
West Highland Museum: Where I learnt the truth about the Glenfinnan Monument…
Iona Heritage Centre: Consists of exactly one room (plus front desk/shop) but bursting with information on the life on the isle.
Rischbach-Stollen: Not a museum per se but a historical mine.
Stadt- und Festungsmuseum Germersheim: Remarkably large. I mostly remember it fondly because of two very engaged and enthusiastic employees.

Women, War and Peace Project 2015/16

Ein mit Marta zusammenhängendes Projekt war Women, War and Peace, das von der sozial- und bürgerrechtsbasierten Theatergesellschaft Smashing Times geleitet wurde. Im September fand dazu ein Symposium statt, damit verbunden die Inszenierung The Woman is Present, in der auch Martas Geschichte dargestellt wurde. (Es sind interessante Lebensbilder dabei, wer sich einmal durch das Infomaterial lesen möchte.)
Zu meiner Überraschung gehört auch die Uni Hannover zu den Projektpartnern. In einer seltsam bescheidenen Geste schweigt sie sich jedoch in ihren Pressemitteilungen und Veröffentlichungen darüber aus – Arne Schrader aus dem Institut für Didaktik der Demokratie war bei der Plenarsitzung dabei, daher vermute ich, daß der hannoversche Beitrag von dort stammt. Daß bei der Personenforschung nicht nur die campusansässige Biographin Marta Hillers‘, sondern gleich die gesamte Biographie übersehen wurde, obwohl sie im Bestand der Fachbibliothek Sozialwissenschaften vorhanden ist, irritiert bis ärgert mich leicht, bestätigt aber leider auch meine langjährige Erfahrung in Sachen faule Forscher. Über Wikipedia geht kaum jemand hinaus, so eben auch hier nicht. (Obwohl gerne auf eines „meiner“ inzwischen im Netz verbreiteten Marta-Fotos zurückgegriffen wurde.)