Unterhaltungsmedien und die Botschaft aus dem Licht: „There is no such thing as spirit. We are made of matter and nothing more. We’re just a tiny, momentary speck within an indifferent universe.” – Der schwere Weg zu geistiger Größe in Doctor Strange

English translation in the comments section.

Kümmert euch nicht um Spötter, die dem Geistesleben noch entfremdet sind. Wie Trunkene, wie Kranke stehn sie vor dem großen Schöpfungswerke, das uns so viel bietet. Wie Blinde, die sich tastend durch das Erdendasein schieben und all die Herrlichkeit um sich nicht sehen!
Sie sind verwirrt, sie schlafen; denn wie kann ein Mensch zum Beispiel noch behaupten, daß nur das ist, was er sieht? Daß dort, wo er mit seinen Augen nichts bemerken kann, kein Leben ist? […] Weiß er nicht schon von vielen Dingen jetzt, wie eng begrenzt die Fähigkeit des Auges ist? Weiß er noch nicht, daß sie mit der an Raum und Zeit gebundenen Fähigkeit seines Gehirns zusammenhängt? Daß er aus diesem Grunde alles, was sich
über Raum und Zeit erhebt, mit seinem Auge nicht erkennen kann? Wurde noch keinem dieser Spötter solche logische Verstandesbegründung klar? Das Geistesleben, nennen wir es auch das Jenseits, ist doch nur etwas, das völlig über der irdischen Raum- und Zeiteinteilung steht, das also einen gleichartigen Weg benötigt, erkannt zu werden. […]
Man könnte also sagen: das Jenseits ist, was jenseits der Erkennungsfähigkeit unserer körperlichen Augen ist.
Eine Trennung aber zwischen Dies- und Jenseits gibt es nicht! Auch keine Kluft! Es ist alles einheitlich, wie die gesamte Schöpfung. Eine Kraft durchströmt das Diesseits wie das Jenseits, alles lebt und wirkt von diesem einen Lebensstrom und ist dadurch ganz untrennbar verbunden. […]
Den Begriff der Trennung hat allein der Mensch erfunden, weil er nicht alles sehen kann und sich als Mittelpunkt und Hauptpunkt der ihm sichtbaren Umgebung dünkt. Doch sein Wirkungskreis ist größer.

(Abd-ru-shin: Im Lichte der Wahrheit – Gralsbotschaft, Vortrag „Erwachet!“)

Hauptsächlich von seiner an Inception erinnernden Bilderwucht lebend (leider mitunter auf Kosten der Handlung und Charakterzeichnung), bietet Doctor Strange aus dem Marvel-Comicuniversum doch so einiges, das ihn für diese Artikelserie interessant macht. Es finden sich sogar manche Parallelen zu Erdenbann, dem 1925 uraufgeführten Theaterstücks Oskar Ernst Bernhardts (Abd-ru-shins), das bereits viele grundlegende Themen der späteren Gralsbotschaft anreißt.
Dr. Stephen Strange ist ein Star der Neurochirurgie, doch der Erfolg seiner „magischen“ Hände hat seinem Charakter nicht gutgetan. Hochmütig, egozentrisch und von sich und seinen unbestreitbar vorhandenen Fähigkeiten eingenommen, zählt für ihn nicht das Wohl seiner Patienten, sondern nur der Ruhm, der mit ihrer Heilung einhergeht. „Gewöhnliche“ oder unheilbare Fälle interessieren den ehrgeizigen Arzt entsprechend nicht, sondern lediglich solche, an die sich niemand anderes herantraut, die jedoch Erfolg versprechen. Bis er einen schweren Autounfall erleidet, in dem seine Hände schwer verletzt werden – unheilbar für die Zwecke seiner millimetergenauen chirurgischen Arbeit. Strange greift nach jedem Strohhalm, der sich ihm bietet, verpulvert sein gesamtes Vermögen für experimentelle Verfahren, doch alles ohne Ergebnis. In seinem Selbstmitleid stößt er selbst die wenigen Personen zurück, die ihm freundlich gegenüberstehen. Seine letzte verbliebene Hoffnung ist ein Fall, der allem medizinischen Verständnis widerspricht: Ein Patient, der von einer vollständigen Querschnittslähmung genesen ist. Ein Patient, dessen Behandlung Strange ablehnte – unheilbar, kein Ruhm, der zu ernten war, wie ihm der Betroffene mit klarem Blick vorhält. Dennoch verweist er Strange auf seinen Ort der Heilung im fernen Katmandu.

Ruhm, Status, Geld als Lebenszweck…

… und die Suche nach Heilung und Wahrheit inmitten falscher Versprechungen. Ich liebe die Montage der Katmandu-Szenen für ihre reichen Andeutungen. Der Weg zur Heilung führt für Strange nur durch die Wahrheit, aber sie ist eine schmerzhafte Erfahrung. Denn zu allererst muß er sich der Wahrheit über sich selbst stellen. Ohne Selbsterkenntnis und Selbstaufgabe wird er seiner Heilung immer im Wege stehen.

Alles an dem mysteriösen Kloster und dessen mysteriöser Lehrerin stößt Strange in seinem materialistischen, orthodox-wissenschaftlichen Weltbild ab. Geist, Astralkörper, Heilung durch Glauben sind für ihn keine Konzepte, die überhaupt in Betracht gezogen werden können. Bis die ebenso humorvolle wie handfeste Weise ihn eines Besseren belehrt.

Der Astralkörper besteht aus mittlerer Grobstofflichkeit. Er muß von den kleinen Wesenhaften dem schweren, grobstofflichen Erdenkörper unmittelbar vorangehend geformt werden, so daß es fast erscheint, als wenn er gleichzeitig geformt würde. Dem ist aber nicht so; denn der Astralkörper – ich will der Einfachheit halber noch bei dieser bisher bekannten Bezeichnung bleiben – muß allem vorangehen, was in der schweren Grobstofflichkeit sich formen soll! […]
Der Astralkörper hängt mit dem Erdenkörper
zusammen, ist aber nicht abhängig von ihm, wie man bisher angenommen hat.
(„In der grobstofflichen Werkstatt der Wesenhaften“)

Strange stürzt sich in seine Studien und sein Training, jeden Mißerfolg immer wieder auf seine Verletzung oder auf die Umstände schiebend. Doch während die erhoffte Heilung seiner Hände sich nicht einstellen will, entdeckt er sein ungeahntes Talent für „paranormale“ Fähigkeiten. Unvermutet und ungewollt wird er zu einem dringend benötigten Streiter des Guten… und langsam beginnt sich auch seine Sicht auf seine Mitmenschen zu verändern.

Der Mensch ist in seiner geistigen Entwickelung so weit zurückgeblieben, daß er nicht einmal die ihm zu Gebote stehenden geistigen Kräfte zu voller Entfaltung bringen kann, sonst würde auch er für heutige Begriffe an das Wunderbare grenzende Leistungen vollbringen. […]
Stets stellten sie ihren eigenen Willen dabei voran. Und damit lähmten sie sich selbst, konnten sich nie höher aufschwingen, als ihr eigener Verstandeswille es zugab, welcher erdgebunden ist.
Die Menschen kennen also nicht einmal die Gesetze in der Schöpfung, die ihre geistige Macht auslöst oder freimacht, in denen sie ihre geistige Macht zu entfalten vermögen.

(„Steige herab vom Kreuze!“)

Überzeugender als in jedem Film, den ich je gesehen habe, gestaltet sich die Wandlung des Helden vom Egoisten zum Beschützer der Menschheit. Es gibt kein Schlüsselerlebnis, keinen Moment der Klarheit, sondern Strange geht viele kleine Einzelschritte, den gesamten Film hindurch. Die vermeintliche Katastrophe seines (selbstverschuldeten) Unfalls und seiner unheilbaren Verletzung erweist sich dabei als versteckter Segen, der Strange aus seiner selbstbezogenen Isolation, aber auch aus seinem Materialismus reißt. Die Entscheidung, was er mit seinem neuen erweiterten, ganzheitlichen Weltbild anfangen will, bleibt ihm dabei sehr deutlich selbst überlassen: Heilung und Rückkehr zu seinem altem Leben oder die Akzeptanz seiner neuen, unendlich härteren Bestimmung, dem Dienen eines höheren Zieles, das einhergeht mit Selbstlosigkeit. Die Erkenntnis, daß sich sein Weltbild gar nicht so sehr von dem seines Antagonisten unterscheidet, aber auch das komplexe Verhältnis zu seiner Lehrerin helfen ihm, seine Sicht der Dinge zu hinterfragen. Seine Selbstgerechtigkeit wird mit zunehmendem Verständnis seiner Nächsten ausgeschaltet.

“You cannot beat a river into submission. You have to surrender to its currents and use its power as your own.”

Inmitten des Ganzen aber steht der Mensch mit der ihm anvertrauten unermeßlichen Macht, durch sein Wollen diesem gewaltigen Räderwerk die Richtung anzugeben. […]
Das ganze wundersame Weben dient aber lediglich dazu, dem Menschen zu helfen, solange er die ihm gegebene Macht nicht in kindischem Vergeuden und falscher Anwendung hemmend dazwischen wirft. Er muß sich endlich anders einfügen, um das zu werden, was er sein soll. Gehorchen heißt in Wirklichkeit weiter nichts als verstehen! Dienen ist helfen. Helfen aber bedeutet herrschen. In kurzer Zeit kann jeder seinen Willen frei machen, wie er sein soll. Und damit wendet sich für ihn alles, da er sich innerlich zuerst gewendet hat.

(„Der Mensch und sein freier Wille“)

Die Ausdrücke: „Nur wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“, der Mensch muß sich „demütig vor seinem Gotte beugen“, um in dessen Reich eingehen zu können, er soll „gehorchen“, „dienen“, und was der biblischen Ratschläge noch mehr sind, sie stoßen den modernen Menschen in dieser einfachen, kindlichen und doch so treffenden Ausdrucksart von vornherein etwas ab, weil sie seinen Stolz verletzen, der in dem Bewußtsein des Verstandeswissens liegt. Er will nicht mehr so blind geführt sein, sondern selbst erkennend bewußt in allem mitwirken, um den zu allem Großen notwendigen inneren Aufschwung aus Überzeugung zu erhalten. Und das ist kein Unrecht!
Der Mensch
soll mit seiner Fortentwicklung in der Schöpfung bewußter dastehen, als es früher war. […] Ob nun gesagt wird: „In Demut sich dem Willen Gottes beugen“, oder „nach richtigem Erkennen der gewaltigen Naturgesetze sich deren Art und Wirken nutzbar machen“, ist ein und dasselbe.
Nutzbar machen kann sich der Mensch die Kräfte, die den Willen Gottes tragen, nur dann, wenn er sie genau studiert, also erkennt, und sich dann darnach richtet. Das Mit-ihnen-Rechnen oder Sich-darnach-Richten ist in Wirklichkeit aber weiter nichts als ein Sicheinfügen, also ein Sichbeugen! Sich nicht
gegen diese Kräfte stellen, sondern mit ihnen gehen. Nur indem der Mensch seinen Willen der Eigenart der Kräfte anpaßt, also die gleiche Richtung geht, vermag er die Gewalt der Kräfte auszunützen.
Das ist kein Bezwingen der Kräfte, sondern ein Sich-demutsvoll-Beugen vor dem göttlichen Willen! Wenn der Mensch so manches auch eigene Klugheit nennt oder eine Errungenschaft des Wissens, so ändert dies nichts an der Tatsache, daß alles nur ein sogenanntes „Finden“ von Auswirkungen bestehender Naturgesetze bedeutet, also des göttlichen Willens, den man damit „erkannt“ hat, und mit der Auswertung oder Verwendung sich diesem Willen „fügt“.

(„Symbolik im Menschenschicksal“)

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The Woman is Present in Bielefeld und andere Gedanken über alltäglichen Sexismus

English translation in the comments section.

He wouldn’t know what it felt like to have his no ignored.

Das intereuropäische Krise – Trauma – Hoffnung -Theaterfestival 2017 wurde eröffnet von Smashing Times´ The Woman is Present, ein Stück, das bereits ein Jahr auf dem Buckel hat, aber derzeit auf seiner ersten Europa-Tournee ist. Natürlich fuhr ich hin; es ist schließlich nicht oft, daß sich solche Gelegenheiten ohne lange Reisen ergeben.

Bielefelds gastgebendes Theaterlabor liegt nun nicht gerade in einer guten Gegend, oder vielleicht treiben sich generell bei abendlicher Dunkelheit die gruseligen Gestalten unserer Gesellschaft herum. Lange ist es her, und ich habe es nicht vermißt; dachte auch, daß ich endlich aus dem Alter heraus wäre. Vielleicht ist es eine kulturelle Sache, ohne hier rassistisch werden zu wollen, aber patriarchalische Kulturen spielen bei so etwas nun einmal eine Rolle, daran kann keine political correctness etwas ändern. Tatsache ist, daß ich gleich zweimal an diesem Abend angemacht wurde, von jungen Männern „mit Migrationshintergrund“, die ungefähr halb so alt waren wie ich. Frau allein unterwegs scheint das einzige Kriterium sein, das da zählt.

Existierender Sexismus war auch Teil der Rede, die Organisatorin Yuri Anderson zur Eröffnung des Festivals hielt. „Darüber brauchen wir gar nicht viel zu reden“, erklärte sie vielsagend zum wissenden Nicken der anwesenden Frauen. Alltäglicher Sexismus ist entsprechend das Grundthema von The Woman is Present, das Stumm-machen von Frauen, das Ignorieren ihrer Identität als Mensch, das Ignorieren ihres Willens, das Auslöschen ihrer Leistungen, wenn nicht gar ihrer Existenz. Präsentiert wurde es als Zwei-Frauen-Stück; ich weiß nicht, ob es so entworfen oder reduziertem Personal während einer Tournee geschuldet ist. Die beiden Darstellerinnen schlüpften in die Rolle von sieben bzw. sechs Frauen, ein Querschnitt der Biographien von Women, War & Peace (und das Publikum hatte sichtlich Probleme mit dem heimischen irischen Dialekt): Margaret Skinnider, Mary Elmes, Dolores Ibárruri („La Pasionaria“ – Filmclip während Kostümwechsels), Neus Català Pallejà, Maria Eugenia Jasińska, Marta Hillers und Ettie Steinberg. So interessant die angerissenen Biographien sind – und man bekommt definitiv Lust, ihre Lebensgeschichten in Gänze kennenzulernen –, so unbefriedigend ist die Darstellung letztlich. „The Woman is Present“ ist ein erstaunlich treffender Titel, denn im Grunde genommen handelt es sich hier nur um eine Frau. Es gibt keine individuellen Stimmen in diesem Stück. Martas Ton jedenfalls fand ich trotz der Zitate aus ihrem Buch nicht, ebensowenig die nüchterne Mary Elmes, deren spannende Biographie ich kürzlich las. Das ist wohl die größte Ironie: Daß diesen Frauen ihre Stimme genommen wurde, indem man sie wieder an die Öffentlichkeit brachte. Andererseits natürlich kein Einzelfall in der künstlerischen Aufarbeitung von Biographien. Marta fand ich bisher noch in keinem Film und keiner Bühnenadaption wieder. Der Wunsch nach Drama ist wohl größer als alles andere. Die letzte Sektion, Ettie Steinberg, ist erheblich zu lang, aber weil sie posthum, von Etties Reise durch den Himmel aus erzählt wird, faßt sie abschließend auch die Fragen nach dem großen Warum all der vorhergehenden Sequenzen zusammen.

Gedanken zu Eine Frau in Berlin

Ich liebe Leserdiskussionen und Lesermeinungen. Nicht nur, daß sie – wie jede Bewertung – viel über den Schreiber aussagen; ich finde immer wieder Blickwinkel, die ich noch nie bedacht habe und Kommentare, von denen ich mir wünschte, sie geschrieben zu haben.
Auf Goodreads existieren zwei Buchgruppen, die sich Martas Buches angenommen haben:

https://www.goodreads.com/topic/show/17979722-a-woman-in-berlin
Wundervolle Diskussionen und definitiv so manches Mal ein Anlaß für mich zu sagen: „Ja, so hättest du das formulieren sollen…“

https://www.goodreads.com/topic/show/18213481-f2f-book-discussions-f2f57-september-2016-a-woman-in-berlin-attribu

Eine Liebeserklärung an Heimatmuseen / A declaration of love to local museums

Heimatmuseen werden gern belächelt, gelten als altmodisch oder uninteressant. Mit Landes- oder Kunstmuseen können sie weder an Größe noch an Ausstellungsfläche konkurrieren. Andererseits müssen sie das auch nicht. Sie füllen die Lücken, die ihre großen Kollegen lassen, nämlich das kleine, tägliche Leben und die Menschen, die es führten – also die Basis, auf der die „großen Dinge“ überhaupt erst entstehen. Ich habe Heimatmuseen sehr zu schätzen gelernt, im Zuge meiner Ahnenforschung wie auch meiner Buchrecherchen. Gerade auf dieser Ebene sind sie unverzichtbare Quellen, denn sie kennen und dokumentieren die Örtlichkeiten und Gebräuche einer Region. Sie sind auch erheblich persönlicher: Man kommt fast zwangsläufig ins Gespräch mit den Menschen, die sie betreuen.

Einige der Heimatmuseen, die ich besucht und genossen habe:

Museum Edenkoben: Für meine Ahnenforschung eine Goldgrube. Ich war unter der Woche da und vermutlich die einzige Besucherin des Tages, was einen langen Austausch mit dem Leitenden ermöglichte.
Museum Uslar: Das Museum meiner Heimatstadt, hat oft Themenausstellungen.
West Highland Museum: In Fort William, wo ich die Wahrheit über das Glenfinnan-Monument erfuhr…
Iona Heritage Centre: Besteht aus genau einem Raum (plus Kasse/Shop), aber vollgestopft mit Infos über das Leben auf der Insel.
Rischbach-Stollen: St. Ingbert. Kein Museum in dem Sinne, sondern ein Museumsbergwerk.
Stadt- und Festungsmuseum Germersheim: Bemerkenswert groß und mir besonders wegen zweier sehr engagierter und enthusiastischer Mitarbeiter in guter Erinnerung geblieben.


Local museums are often smiled at, they are considered quaint or uninteresting. They can’t compete with state or art museums, neither in terms of square footage nor exhibits. On the other hand, they don’t have to. They fill in the gaps left by their big colleagues, the small, everyday life and the people who led it – the basis on which “big things” are created. I have come to appreciate local museums very much, in the course of both my genealogical and book research. Especially on that level they are an indispensible source, because they know and document the locales and customs of a region. They are also much more intimate: Almost invariably one finds oneself in conversation with the people who run them.

Some of the local museums I’ve visited and enjoyed:

Museum Edenkoben: A goldmine for my genealogical research. I visited during the week and was probably the only visitor that day which allowed for a long conversation with the manager.
Museum Uslar: The local museum of my home town, often features thematic exhibitions.
West Highland Museum: Where I learnt the truth about the Glenfinnan Monument…
Iona Heritage Centre: Consists of exactly one room (plus front desk/shop) but bursting with information on the life on the isle.
Rischbach-Stollen: Not a museum per se but a historical mine.
Stadt- und Festungsmuseum Germersheim: Remarkably large. I mostly remember it fondly because of two very engaged and enthusiastic employees.

Den Schalck(en) im Nacken

I’m hopelessly in love with a dead guy from the 17th/18th century. How very Diana Gabaldon.

Fittingly, it was one of her books that introduced me to said guy (as described here): Godfried Schalcken, painter, 1643-1706. Considering how poor his English Wikipedia article is in contrast to the German one (interestingly not the Dutch one), I had at first planned to expand it. But Wikipedia is terrifying, at least for new contributors, and so I chickened out. So, as not to waste all the work that went into the translation of the German article, I’m putting it up here. For footnotes and references see the German Wikipedia page.

The website of the Leiden Collection has excellent articles on Schalcken and his paintings, e. g.:
https://www.theleidencollection.com/artist/godefridus-schalcken/


Godfried (Godefridus, Gottfried) Schalcken (*1643 in Made near Breda; †16. November 1706 in Den Haag) was one of the leading Dutch painters of the late 17th century. In the tradition of the Leiden fijnschilders, he created very illusionistic, minutely painted portraits, genre paintings, biblical and mythological histories, sporadically still lives and landscapes with staffage. His trade mark was the representation of special light effects, foremost candlelight.

Life

Schalcken grew up in a Protestant minister’s family on both his mother’s and his father’s side in Dordrecht where his father was the rector of the Latin school. There he received his first training from Rembrandt student Samuel van Hoogstraten. When Hoogstraten left for England in 1662, Schalcken moved to Leiden. In the studio of Gerrit Dou he began to specialise in the art of the fijnschilders. At the time, these small-format, brilliantly coloured paintings fetched top prices. Probably around 1665 Schalcken returned to Dordrecht and began his career as an independent artist. Besides genre paintings Schalcken dedicated himself from the start to the profitable art of portrait painting. After Nicolaes Mae moved to Amsterdam in 1673, Schalcken advanced to leading Dordrecht portrait painter. An excellent early example of his masterly art is the pair of portraits (collection of the Prince of Liechtenstein) painted in the year of Schalcken’s wedding to Françoisia van Diemen (1661-1744) from Breda, 1679. Schalcken portraits himself in the manner of Anthonis van Dyck’s paintings in the habitus of the cultivated and dignified gentleman who self-assuredly turns to face the viewer. He presents his wife, whose glance turns away in noble reserve, in her full beauty and virtue. A late pendant is the pair of portraits from the artist’s year of death 1706 (private collection). Of the couple’s documented ten children only London-born Françoisia (1692-1757) lived to adulthood.
In the 1680s Schalcken taught several artists in Dordrecht, the most popular among them Arnold Boonen (1669-1729) and Carel de Moor (1655-1738). He also taught his sister Maria Schalcken (1645/48-1699) of whom only a few but very exquisite paintings are known, among them her self-portrait at the easel that was attributed to her brother for a long time (Naples, The Rose-Marie and Eijk van Otterloo Collection).
To be able to get prominent portrait commissions, Schalcken joint the painters‘ guilt of Den Haag in 1691. In 1692, he moved to London. He lived in the circle of the court of William III. In England, Schalcken established himself as the master of candlelight that he would pass into art history as. Several self-portraits, among them the painting commissioned by Cosimo III de Medici for his famous self-portrait gallery in Florence, show Schalcken with a candle. The often-copied portrait of William III, too, done after a work by his English contemporary Godfrey Kneller, shows the monarch with a candlestick in his hand (Amsterdam, Rijksmuseum). In cooperation with mezzotint specialist John Smith several graphics after Schalcken’s works were created that added to his fame, among them his earliest self-portrait with candle of 1694 whose original is in the Washington County Museum of Fine Arts in Hagerstown, Maryland, today. In 1696, the artist returned to the Netherlands and settled in Den Haag.
Already in the 1680s he had turned to biblical and mythological history paintings. With these, Schalcken became known not only at the court of Florence but to other royal art lovers as well. Before 1700, for example, he delivered a Holy Family to King Christian V at Copenhagen. The most important patron of his later career was Elector Palatine Johann Wilhelm with whose gift of honour, a medal on a gold chain, Schalcken depicted himself in his late self-portrait of 1706. However, his ties to the court were less close than those of other Düsseldorf court painters like Jan Frans van Douven or Adriaen van der Werff. Together with those two artists, Schalcken created an altar dedicated to the life of Mary that Johann Wilhelm commissioned as a gift for his wife Anna Maria in 1703. Each of the three artists created a panel of the triptych (Florence, Galleria degli Uffizi) while the notable light effects in all three paintings were very likely inspired by Schalcken. A stay in Düsseldorf in 1703, during which the artists is said to have lodged in the Haus zum Goldenen Helm in Flingerstrasse, is assumed but cannot be confirmed.
Schalcken’s first biographer Arnold Houbraken (1721) summarised his successful career aptly with the words:

„He was one of the happiest Dutch painters since his works from the beginning to the end of his life were paid liberally, so that he harvested the fruits of his industry during his lifetime which only a few manage.”
Arnold Houbraken: Groot Schilderboek 1718/21, Vol. 3, p. 176

Work

Despite a relatively long career, spanning circa 40 years, because of his minute, labour-intensive style of painting Schalcken created a relatively limited oeuvre of which about 250 remaining paintings are known today. They show a great variety, pointing to the ambition of an all-round artist as well as to a customer-friendly business acumen in the dialogue with his clients‘ wishes. Not only did Schalcken dedicate himself to widely different themes/topics. He was proficient in miniature painting as well as in life-size portraits, he painted on copper, wood and canvas. While the delicate colour application that made the brushstrokes nearly invisible was his personal speciality, Schalcken taught himself a looser, broader style during his stay in England that was useful for larger formats and possibly was due to the rising demand for his works. Besides paintings, some drawings in red chalk, chalk, ink in rare cases have survived, as well as etchings. His drawings mainly consist of portraits, so-called ricordi, that document a finished painting minutely and were probably meant to be kept in the studio as illustrative material for future customers.
Schalcken seems to have signed his works as a rule but only very seldom dated them, which makes a precise chronology of his work difficult. Dated works are known from 1667 to his year of death 1706. The earliest known and dated painting, Girl with a Bird in a Window Recess (missing, Beherman 1988, Nr. 143) shows, like an earlier interior portraying a lady at a dressing table (private collection) of which a sketch exists at the Hamburger Kunsthalle, very clearly the influence of Gerrit Dou in motif and technique. But Schalcken’s topical references can also be found in the work of Gerard ter Borch, Gabriel Metsu, Jacob Ochtervelt, Frans van Mieries sen., Pieter van Slingelandt or Caspar Netscher. Schalcken referred to various sources and cleverly updated the Old Masters so popular on the art market of his time. He himself owned a substantial collection of prints of the Italian renaissance and baroque, Utrecht Caravaggisti as well as contemporary French and Dutch prints from which he drew inspiration.
The brilliant humour in his paintings lent points of their own to popular themes like the Lady in Front of a Mirror or Toilet by Candle, Girl Reading Letter, the Rommelpot Player, Pancake Eater, brothel scenes, medical examinations, playing with a pig’s bladder etc. In original ways he took up art theoretical debates like the paragone or inspiration by love. Most sensually convincing are his illusionistic style, giving the painted objects and textures an almost haptic quality, and the smooth, gleaming surfaces combined with seductive females in intimate moments. Schalcken often allocates the role of voyeur to the viewer and utilises the mysterious atmosphere of nightly settings illuminated by flickering candlelight. These aspects, for example, illustrates Lady in Front of a Mirror (Cologne, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud) who is shown during her nightly toilette, more specifically while looking for fleas. With this, the artist subtly points to the topic of amorous itching and desire, the lover’s envy of the flea living at the bosom of his beloved used in poems of the time, as well as popular ideas of the flea as Cupid or references to deflowering. At the same time, Schalcken transfers traditional rustic genre characters to an aristocratic world.
Aside from that he invented quite original motifs: The amorous game of forfeit (London, Royal Collection), a Holy Family during prayers (Copenhagen, Statens Museum) or a girl eating sugar (Naples, The Rose-Marie and Eijk van Otterloo Collection). He also chose contemporary literary sources like the writings of Jacob Cats or the theatre (Preciosa Recognised, Dublin, National Gallery) as well as seldom depicted parables from the New Testament (Parable of the Lost Piece of Silver, New York, The Leiden Collection).
While he did portrait paintings during the whole of his career, his topical interest increasingly changed in the 1680s away from genre paintings towards historical paintings that, along with candlelight portrayals, dominate his later work.

Art historical importance and heritage

Already highly esteemed during his lifetime, Schalcken belonged to the indispensable „stars“ of 18th century collections, especially in France and Germany. His insinuating, gallant-amorous themes matched the taste of the age. Numerous successors and imitators are proof of his popularity. Among those of the best quality are Joseph Wright of Derby (1734-1797) and Jean-Baptiste Santerre (1651-1717). Countless copies of specific works, like the so-called Dresden Pygmalion, show the widespread admiration of his art.
In spite of early criticism of Schalcken’s supposed exclusive command of candlelight special effects and the frequently quoted, disparaging anecdotes by Jacob Campo Weyerman (1677-1747) or later Horace Walpole, implying Schalcken showed disrespectful and uncouth manners towards his clients, well into the 19th century his fame surpassed that of many of his today more famous colleagues. His light atmospheres were almost proverbial, and Goethe still recognised a „Schalcken“ in a corner of his Dresden boarding house room only illuminated by a lantern. The mysterious candlelight scenes tellingly inspired Irish writer Joseph Sheridan Le Fanu to his gothic novel Schalcken the Painter (1839/1851). The artist served as a reference for modern lighting design, as well.
With the change in taste that preferred the Dutch art of a Frans Hals, Rembrandt or Vermeer, considered bourgeois-democratic, to the courtly, feudalistic art of the late 16th century among which Schalcken was counted, the artist faded into obscurity.

After a first catalogue raisonné by the English art dealer John Smith in 1833 (supplement 1842), Hofstede de Groot compiled an extended catalogue in 1912. However, he counted Schalcken among the decline of Dutch painting and considered him the epigone of his teachers. In 1988, the posthumous Catalogue raisonné of Thierry Beherman’s research was published, followed by studies by Peter Hecht, Guido M. C. Jansen, Mirjam Neumeister, Sophie Schnackenburg and others. Publications and exhibitions of the Leiden fijnschilders and late 17th century art included works by Schalcken.

An exhibition in the Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Cologne and in the Dordrechts Museum in Dordrecht in 2015/16 is dedicated for the first time to a monographic presentation of the artist’s work.

Von Trollen und Ironie

Eineinhalb Jahre nach dem Fakt entdeckt, daß mir der leicht trollisch veranlagte Kommentator auf Wikipedia eine Antwort hinterlassen hat (ebenfalls um ein halbes Jahr verspätet). Natürlich werde ich seine Anmache nicht noch würdigen; don’t feed the troll und all das. Aber seine Bemerkung zu den Verlagen (er hat offenbar noch nie versucht, ein Manuskript bei einem Verlag unterzubringen) erinnerte mich daran, daß ich noch nie erwähnt habe, wie es damals ging, als ich eben dieses versuchte.
Rowohlt und Osburg hatten Interesse an dem Manuskript. Gerade über Rowohlt als Verleger hätte ich mich sehr gefreut, wegen der Verbindung, die Marta Hillers und insbesondere Kurt Marek zu diesem Verlag hatten. Aber am Ende lehnten beide Lektoren bedauernd ab, weil ihnen das Manuskript „zu akademisch“ war, mit all den Zitaten und Quellenangaben. Sie glaubten nicht, daß dieser Stil ein breiteres Publikum anspräche. Da ich ein komplettes Umschreiben des Manuskripts ablehnte, veröffentlichte ich am Ende über Books on Demand.

Es ist schon ironisch, daß mich genau diese Tatsache nun einerseits daran hindert, die Biographie als Quelle auf Wikipedia anzugeben, und andererseits Zweiflern wie dem anonymen Kommentator vermeintlich als Munition dient. Und daß das Manuskript akademischen Verlagen vermutlich als zu populärwissenschaftlich erschienen wäre. Es ist eine gute Sache, daß ich Ironie sehr zu schätzen weiß.